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Shahryar, König eine ungenannten Insel "zwischen Indien und China", ist so schockiert von der Untreue seiner Frau, dass er sie umbringt und seinem Wesir die Anweisung gibt, ihm fortan jede (in einigen Versionen: jede dritte) Nacht eine neue Frau zuzuführen, die danach umgebracht wird.
Nach einiger Zeit will Scheherazade, die Tochter des Wesirs, die Frau des Königs werden. Um nicht umgebracht zu werden, beginnt sie, ihm Geschichten zu erzählen, die so spannend sind, dass er unbedingt die Fortsetzung hören will und sie deshalb am Leben lässt. Nach tausend und einer Nacht hat sie ihm drei Kinder geboren und der König will sie längst nicht mehr umbringen.
Die Geschichten unterscheiden sich stark; es gibt historische Erzählungen, Liebesgeschichten, Tragödien, Komödien, Gedichte, Burlesquen und religiöse Legenden. Oftmals sind die Geschichten in mehreren Ebenen miteinander verknüpft.
In Europa steht 1001 Nacht als Synonym für Kindermärchen, was der Rolle des Originals als Geschichtensammlung mit zum Teil sehr erotischen Geschichten in keiner Weise gerecht wird. Ursache für dieses Missverständnis ist vermutlich die erste Übersetzung von Antoine Galland, der die Geschichten 1707-1717 übersetzte, dabei aber alle religiösen und erotischen Komponenten aus dem Original tilgte. Galland fügte seiner Übersetzung die im arabischen Original nicht vorhandenen Geschichten von Aladdins Wunderlampe und Ali Baba und die 40 Räuber hinzu, die er in Syrien von einem Märchenerzähler gehort hatte.
Die erste Übersetzung, die diesen Titel verdient, stammt von Richard Francis Burton, der die Geschichten in 17 Bänden unter dem Titel "Arabian Nights" veröffentlichte und damit im viktorianischen England einen Skandal auslöste.
Weblinks
Engl. Übersetzung von Burton und andere englische Ausgaben
Alte Übersetzungen Tausend und eine Nacht - Arabische Erzählungen, Dt. von Dr. Gustav Weil, 1865, Projekt Gutenberg
Aktuelle Übersetzungen Die Erzählungen der 1001 Nacht aus Tunesien, Dt. von Max Habicht u.a.