Adel

Adel wurde die herrschende Klasse (Stand) des Feudalismus genannt, die die Bevölkerung zunächst als Leibeigene versklavte. Im Zuge der Vergrößerung der Staatswesens reduzierte sich die Zahl der herrschenden Häuser, deren Mitglieder Teil einer Rangfolge des erblichen Herrschaftsanspruchs waren. Die mit Privilegien verbundenen Titel wurden ursprünglich aufgrund von Besitz, Herkunft oder treuer Dienste für den Herrscher eines Landes erworben. Oftmals wurde ein Adelstitel auch durch Bestechung erlangt.

Der Adel war und ist heute noch in manchen diktatorischen Staaten wie Saudi-Arabien an militärischen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Führungspositionen beteiligt. In demokratischen Staaten, beispielsweise im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland, haben Teile des Adels noch Funktionen, die sich aber meist auf repräsentative Aufgaben beschränken.

In Europa hatte der Adel im Mittelalter seine Hochzeit. Bis in das 20. Jahrhundert hinein bestimmte er weite Teile des öffentlichen Lebens. Seine Privilegien gingen ihm durch den Absolutismus und durch die Folgen der Französische Revolution verloren.

In Österreich wurde der Adel 1919 nach dem Ersten Weltkrieg komplett abgeschafft und das Führen von Adelstiteln unter Strafe gestellt.

In Deutschland wurde lediglich die Beibehaltung des Titels als Bestandteil des Familiennamens gestattet ("Otto Graf Lambsdorff" statt "Graf Otto Lambsdorff").

Siehe auch: Adelstitel (deutsch), Deutsche Adelshäuser

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