Alemannische Dialekte
1. Als Alemannisch bezeichnet man eine Reihe von oberdeutschen Sprachen bzw. Großdialekten, die auf den Volksstamm der Alemannen zurückgehen.
Die Einteilung:
- Schwäbisch (Württemberg und Bayerisch-Schwaben)
- Niederalemannisch
- Allgäuerisch
- Vorarlbergisch
- Oberschwäbisch
- Südbadisch
- Baseldeutsch
- Elsässisch
- Hochalemannisch
- Schweizerdeutsch/Liechtensteinisch/Südvorarlbergisch
- "Alemannisch" (2)
- Sundgauerisch (Südelsass)
- Höchstalemannisch (Wallis)
Schwäbisch wird neben anderen Merkmalen von den anderen alemannischen Sprachdialekten durch das Partizip Perfekt "gwä" statt "gsi" abgegrenzt. Nach Thaddäus Troll geht dies auf den Einfluss sächsischer Prediger im Zuge der Reformation zurück.
Sprachbesonderheiten:
- Diminuitiv: Der Diminutiv (Verkleinerungsform) wird in allen alemannischen Großdialekten viel verwendet. In den nördlichen und östlichen Dialekten wird er durch das Suffix -le, in den südlichen Dialekten durch das Suffix -li ausgedrückt (z.B. Häusle - Hüüsle - Hüüsli für Häuschen, Kendle - Chindli für Kindlein)
- Konjugation von sein
- Unterschwäbisch: I ben - Du bisch - Er isch - Mir send - Ihr send - Dui send - Partizip Perfekt: I ben gwä
- Allgäuerisch: I bi - Du bisch - Är isch - Mir send / sönd - Ihr send - Dui send - Partizip Perfekt: I bi gsi
- Voralpland: I bee - Dou bisch - Är isch - Mr send - Ihr send - Dia send - Partizip Perfekt: I bee gsei
- Schweizerdeutsch:I bi - Du bisch - Är isch - M(i)r send / sönd /sinn - I(i)r sönd /sind - Dui sönd - Partizip Perfekt: I bi gsi
2. Umgangssprachlich bezeichnet man als Alemannisch die alemannischen (1) Dialekte, die in dem Gebiet gesprochen werden, das in der Zeit von 1815 bis 1952 zu (Süd-)Baden gehörte.
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