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Sie verfahren mit den religiösen Vorschriften liberal. So halten sie sich nicht an die Fünf Säulen, sehen im Koran kein verbalinspiriertes Buch, sondern interpretieren ihn mystisch. Im Zentrum steht der Mensch nicht als der sich unterwerfende Sklave Gottes, sondern als eigenverantwortliches Wesen.
Die Aleviten beten nicht in einer Moschee, sondern treffen sich zu Kulthandlungen in einem Gemeindehaus (cemevi) zur Rezitation von Gedichten und zum rituellem Tanz. Der rituelle Tanz, der von Frauen und Männer gleichzeitig ausgeführt, nennt sich Samah. Dieser wird unter der Aufsicht des Dede's oder Ana's durchgeführt. Dede und Ana sind Personen die sich mit den alevitischen Ritualen sehr gut auskennen und die Ansehen unter den Aleviten haben. Die Verschleierung der Frau ist für sie nicht wichtig.
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2 siehe auch 3 Weblinks |
Geschichte
Das Alevitentum entstand aus der Verschmelzung mit Elementen des Christentums und der Gnosis, sowie der Schia in Gestalt der Verehrung von Ali. Sie entwickelten ein Modell der Trinität in Gestalt von Allah, Ali und Mohammed.
Die Entstehung erfolgte im 13. Jahrhundert in Anatolien als Volksreligion. Eine besondere Rolle spielten mystische Bruderschaften, besonders zu den iranischen Safawiden.
Bei den Osmanen wurden die Aleviten wegen ihrer Liberalität als Häretiker verfolgt. Erst in der modernen Türkei genossen sie Glaubensfreiheit.
Gegenwärtig haben sich Aleviten in den Mittelschichten etabliert. Sie nehmen führende, auch politische Positionen ein, im linken bis linksradikalen Spektrum.
Ebenso halten die Spannungen zwischen dem konservativen Islam und den Aleviten in der Türkei unvermindert an.
Weblinks
Diplomarbeit zum Thema "Alevitentum"