Andrea Palladio

Andrea Pietro, gen. Palladio (* 30. November 1508 in Padua, † 19. August 1580 in Vicenza) war der bedeutendste Architekt des Manierismus in Oberitalien.

Während seiner Ausbildung zum Steinmetz siedelte er 1524 nach Vicenza über, das bis zu seinem Lebensende neben Venedig seine Hauptwirkungsstätte blieb. In und um Vicenza baute er zahlreiche Stadtpaläste und Villen. 1554 veröffentlichte er mit Antichità di Roma einen Führer der antiken Bauwerke Roms und 1570 das von ihm selbst illustierte Werk Quattro libri dell'architetura mit eigene Entwürfe und zahlreichen Abbildungen antiker Architektur.

Die Quadro libri machten Palladio zum einflussreichsten Architekturtheoretiker der frühen Neuzeit, der vor allem die protestantische und anglikanische Architektur Nordoeuropas stark beeinflusste. In diesem Zusammenhang wird auch oft vom palladianistischen Stil gesprochen. Als "Aristoteles der Baukunst" besticht er im Gegensatz zum genialen Michelangelo weniger durch kapriziöse Einezelwerke als dadurch, in zahlreichen Bauten eine klassische, klare und einfach nachzuvollziehende Formensprache gefunden zu haben. Als Wiederbelebung der Antike erreichte die Renaissance im Klassizismus Palladios ihren Endpunkt. In seinen späten Werken überwandt Palladio den strengen Klassizismus im Sinne des Frühbarocks.

Bedeutende Werke

Literatur