Annemarie Schimmel (*1922 in Berlin, † Januar 2003) war eine der bedeutendsten deutschen Islamwissenschaftlerinnen.
Als Professorin lehrte sie u.a. in Ankara, an der Harvard-Universität in Cambridge und an der Universität Bonn. 1995 bekam sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Die Verleihung war in der Öffentlichkeit umstritten, da Schimmel vorgeworfen wurde, in einem Interview Verständnis für die Todesdrohung gegen den Schriftsteller Salman Rushdie geäußert zu haben, die der iranische Ayatollah Khomeyni in einer Fatwa verhängt hatte.
Zeit ihres Lebens setzte sich Annemarie Schimmel für ein besseres Miteinander von Muslimen und Nicht-Muslimen ein. In diesem Zusammenhang stellte sie die Bedeutung des Orientalisten und Dichters Friedrich Rückert heraus.
Werke
Aus den über 100 Veröffentlichungen eine kleine Auswahl, die weniger dem Kriterium wissenschaftlicher Relevanz folgt, sondern vor allem dem interessierten Laien dienen soll.
- Kalif und Kadi im spätmittelalterlichen Ägypten, Leipzig 1943
- Studien zum Begriff der mystischen Liebe im Islam. Dissertation, Marburg 1954
- Mystische Dimensionen des Islam. Die Geschichte des Sufismus. 1975 ISBN 3-458-33415-7
- Al-Halladsch. "O Leute, rettet mich vor Gott". ISBN 3-451-04454-4
- Rumi: Ich bin der Wind und du bist Feuer. Leben und Werk des Mystikers. Köln 1978
- Und Muhammad ist sein Prophet. Die Verehrung des Propheten in der islamischen Frömmigkeit. Düsseldorf, 1981
- Die orientalische Katze. Köln 1983
- Berge, Wüsten, Heiligtümer. Meine Reisen in Pakistan und Indien. München, 1994
- Die Träume des Kalifen. Träume und ihre Deutung in der islamischen Kultur. München, 1998
- Gesang und Exstase. Sufi-Texte des indischen Islam. München, 1999. ISBN 3-466-20448-8
- Kleine Paradiese. Blumen und Gärten im Islam. Freiburg, 2001 ISBN 3-451-05192-3
- Morgenland und Abendland: mein west-östliches Leben. München, 2002. ISBN 3-406-49564-8 (Autobiographie)