|
|
Name
Von den Einheimischen wird Apfelwein meist Stöffche, Äbbelwoi oder Ebbelwoi genannt.
Auf das von Großkeltereien geschaffene Modewort Äppler reagieren viele Apfelweinliebhaber allergisch, weshalb man es - insbesondere in einer alt eingesessenen Apfelweinkneipe - tunlichst vermeiden sollte. In einer Diskothek hingegen, ist die Bezeichnung Äppler durchaus gebräuchlich. An der Mosel, in der Eifel und im Hunsrück trägt er den Namen "Viez" welcher aus römischer Zeit stammt und andeutet, das dieser Apfelwein als Ersatz zum echten Wein getrunken wurde.
Herstellung
Apfelwein ist ein reines Naturprodukt und daher auch immer naturtrüb.
Im Herbst, nach der Apfelernte, werden die Äpfel kalt ausgepresst und man erhält den so genannten Süßen, der in Süddeutschland und Österreich oft Most oder Süßmost genannt wird.
Nach einigen Tagen wird daraus dann ein Rauscher, also ein gärender Most, der auf der Zunge bitzelt. Im weiteren Verlauf entstehen dann der helle Neue und der Alte.
Neben einigen Großkeltereien, wird das Stöffchen noch von vielen kleinen Keltereien nach altem Hausrezept gekeltert, die oft auch ein Apfelweinlokal betreiben. Es gibt aber auch zahlreiche Gastronomiebetriebe und Privatpersonen, die ihren Apfelwein selbst keltern.
Eine Variante des Apfelweins wird mit dem Saft der Früchte des Speierlingbaumes versetzt, die, wie der Name bereits andeutet, so sauer sind, dass man Speien (Spucken...) muss. Diese "Säuerung" klärt den Wein und macht ihn länger haltbar.
In Gesellschaft oder bei größerem Durst bestellt man Apfelwein auch im Bembel.
Das dickbäuchige Gefäß aus Steingut hat üblicherweise eine graue Grundfarbe mit blauem Muster.
Die verschiedenen Größen werden in der Regel nach ihrem Inhalt in Gläsern benannt (z.B. 4er oder 8er Bembel).
Varianten des Apfelweins sind auch in Frankreich (Cidre), Großbritannien (Cider) und Spanien (Sidra) bekannt. Ein ähnliches alkoholisches Getränk, das aus Äpfeln und Birnen hergestellt wird, trägt in Österreich den Namen Most.
In der Schweiz wird unterschieden zwischen Apfelwein (klar, spritzig) und saurem Most (klar oder trüb), d.h. gegärtem Apfelsaft. Sauerer Most wird vor allem in der Ostschweiz produziert, wo er der Einfachheit halber "Saft" genannt wird. Der Kanton Thurgau, der schweizweit am meisten Äpfel produziert, wird deshalb oft scherzhaft als "Mostindien" bezeichnet.Darreichung
Apfelwein wird, da er trüb ist, üblicherweise im Gerippten (Glas mit Rautenschnitt, dessen Schnitte das Licht reflektieren) serviert.
Die Standardgröße dieses Glases beträgt 0,25 Liter (die große Variante fasst 0,5 Liter).
Der Ausschank von Apfelwein in anderen Glasarten (z.B. Longdrinkgläsern) ist absolut unüblich. Ein mit Apfelwein gefülltes Geripptes wird auch als Schoppen bezeichnet.Apfelwein als Mischgetränk
Böse Zungen aus fremden Regionen behaupten, Apfelwein sei das, was erst nach dem 8. Glas zu schmecken anfängt.
Vermutlich deshalb haben sich verschiedene Abarten entwickelt:
Das Mischen (insbesondere mit Cola) gilt bei vielen Apfelweinliebhabern übrigens als Kulturverbrechen.Apfelwein in anderen Ländern