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Varianten des Arabischen werden von ca. 154 Millionen Muttersprachlern gesprochen. Es ist (nicht immer alleinige) Amtssprache in folgenden Ländern: Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästina, Sahara, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tschad, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate. Darüberhinaus ist es eine der sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen.
Die einzelnen arabischen Dialekte in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander und sind oft gegenseitig nicht oder nur schwer verständlich.
Ob Hocharabisch als moderne Standardsprache zu betrachten ist, ist umstritten. (siehe auch Halsbandsittich in vielen Sprachen)
Das Maltesische ist eine den maghrebinischen Dialekten der arabischen Sprache nah verwandte Sprache, die aber weitestgehend zu einer modernen, eigenständigen Standardsprache ausgebaut worden ist. (siehe auch Ausbausprache.)
Der Language Code ist ar bzw. ara (nach
ISO 639).
| Table of contents |
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2 Schrift 3 Grammatik und Wortbildung 4 Textsammlungen 5 Literatur 6 Weblinks |
Schon in vorislamischer Zeit existierte auf der arabischen Halbinsel eine reichhaltige Dichtersprache, die nur mündlich weitergegeben wurde. Auf dieser Dichtersprache fußt zum Teil das Arabische des Korans. In frühislamischer Zeit wurden viele Gedichte dieser Sprache schriftlich festgehalten. Bis heute ist das Memorieren (Auswendiglernen) von Texten ein wichtiger Bestandteil der islamischen Kultur. So gibt es bis heute viele sehr geachtete Menschen, die den gesamten Koran auswendig vortragen können (Hafiz oder Hafidh).
Das Arabische ist insbesondere die Sprache des Korans, das sich aus dem Zentrum der arabischen Halbinsel, dem Hedschas, im Zuge der islamischen Eroberungen über den ganzen Vorderen Orient verbreitete.
Der Kalif Abd al-Malik erhob in den 90er Jahren des 7. Jahrhunderts Arabisch zur offiziellen Verwaltungssprache des islamischen Reiches.
Das klassische, koranische Arabisch (der damalige Dialekt von Mekka) wird heute nur noch von einigen Beduinenstämmen im Jemen aktiv gesprochen. Es wird allerdings auch heute noch, nur leicht verändert, als geschriebene Hochsprache benutzt, in der fast alle Bücher und Zeitungen erscheinen (außer in Marokko, Algerien und Tunesien, wo sich das Arabische diese Rolle mit dem Französischen teilen muss).
Durch die dominierende ägyptische Film- und Fernsehproduktion (u.a. bedingt durch die Bevölkerungszahl) gilt der gesprochene ägyptische Dialekt des Arabischen in der Arabischen Welt als allgemein verständlich, "hochsprachlich".
In aller neuester Zeit gewinnt das gesprochene Hocharabische wieder an Raum, Schrittmacher ist dabei vor allem der Fernsehsender Aljazeera in Katar.
Aus dem Klassischen Arabischen hat sich eine Vielzahl von Sprachen entwickelt, die neuarabischen Sprachen; für alle Sprecher dieser Sprache außer dem Maltesischen ist das Klassische Arabisch weiterhin Schriftsprache.
Indeterminierte und determinierte Nomina unterscheiden sich zusätzlich durch unterschiedliche Endungen. Attribute werden dem zugehörigen Nomen nachgestellt.
Im Arabischen gibt es zwei Geschlechter, Maskulinum und Femininum, die meisten Feminina enden auf -a, welches bei angehängten Suffixen zu -at- wird. Weibliche Personen (Mutter, Schwester etc.) Eigennamen von Ländern und Städten, und die Namen doppelt vorhandener Körperteile (Fuß, Hand) sind auch ohne Femininendung weiblich. Daneben kennt das Arabische noch ein Kollektivum.
Es gibt drei Numeri, Singular, Dual und Plural und drei Fälle, Nominativ, Genitiv und Akkusativ. Es werden jedoch nicht alle Wörter voll dekliniert.
Die wirkliche Komplexität der arabischen Sprache liegt in der Vielfalt ihrer Verbformen und daraus abgeleiteten Substantive, Adjektive, Adverben und Partizipien. Zwar gibt es nur zwei Haupttempora, Perfekt und Imperfekt, von denen das eine eine vollendete, das andere eine unvollendete Handlung ausdrückt, viele Verben existieren jedoch neben ihrer Grundform in weiteren, aus der Grundform durch Umbildung abgeleiteten Stämmen, die jeweils bestimmte Bedeutungsaspekte haben. Jeder Stamm besitzt spezifische Charakteristika, z.B. ein vorangestelltes Präfix, Verlängerung, Änderung oder Wegfall eines Vokals und Verdopplung des mittleren Radikals. Die Reihenfolge und Art der Radikale ändern sich hingegen innerhalb einer Wortfamlie nie.
In "gelehrten" arabischen Wörterbüchern ist es üblich, dass die Wörter nach ihren Wurzeln, und nicht etwa streng alphabetisch, sortiert sind. Innerhalb dieser Wortfamilien werden dann die Ableitungen in der Reihenfolge der nummerierten Stämme aufgelistet. Daher ist es beim Erlernen des Arabischen wichtig, immer die Radikale eines Wortes identifizieren zu können.
Gleichzeitig ist die arabische Grammatik trotz ihrer Komplexität sehr logisch aufgebaut (nur wenige Ausmahmen), so dass gesagt wird, Arabisch sei die logischste aller Sprachen. Durch das Prinzip der Radikale und der jeweils auf sie anwendbaren Stämme ermöglicht das Arabische eine riesige Anzahl von Wortschöpfungen, die schon aus der Art ihrer Konstruktion heraus verständlich sein können. Durch den großen theoretischen und tatsächlichen eigenen Wortschatz kommt das Arabische auch mit wenigen Fremdwörtern aus.
Siehe auch: Sprache
Geschichte
Siehe auch: Geschichte der arabischen Literatur
Schrift
Arabisch wird mit dem Arabischen Alphabet, das nur Konsonanten und Langvokale (auch "Halbvokale", alif, waw und ya) bezeichnet, von rechts nach links geschrieben. Es gibt allerdings als Lern- und Lesehilfen ein System zur Kennzeichnung der Kurzvokale a, i und u, der Konsonantenverdopplungen und von Konsonanten, wenn sie keinen nachfolgenden Vokal tragen. Der Koran wird aber immer voll vokalisiert geschrieben und gedruckt. Grundsätzlich stellt das vokalisierte Schriftarabisch gleichzeitig eine präzise Lautschrift dar, was also bedeutet, dass das (Koran-)Arabisch so geschrieben wird, wie man es auch spricht.
Grammatik und Wortbildung
Die meisten arabischen Wörter bestehen aus drei Wurzelkonsonanten (Radikalen).
Das Arabische kennt indeterminierte und determinierte Nomina. Determiniert wird ein Nomen durch den vorangestellten, unveränderlichen Artikel al, durch ein nachfolgendes Wort im Genitiv (s.a. Status constructus) oder durch ein nachfolgendes, direkt an das Wort angeschlossene Personalsuffix. Eigennamen sind von Haus aus determiniert und tragen keinen Artikel. Literatur
Ernst Harder und Annemarie Schimmel: Arabische Sprachlehre, Heidelberg 1997 ISBN 3872760017Weblinks
nds:Arabsch