Arbeitslosigkeit

Als Arbeitslosigkeit, korrekter Erwerbslosigkeit, bezeichnet man das Fehlen einer bezahlten Tätigkeit obwohl diese angestrebt wird. Grob gesprochen ist jemand arbeitslos (oder in Arbeitslosigkeit), wenn er keine regelmäßigen Einkünfte aufgrund regelmäßiger Arbeit hat.

Die Arbeitslosigkeit lässt sich unterscheiden in:

Lediglich die friktionelle Arbeitslosigkeit ist unvermeidbar. Die restlichen Arbeitslosigkeiten entstehen der klassischen Wirtschaftstheorie nach dadurch, dass Angebot und Nachfrage von Arbeit keinen Ausgleich durch flexible Löhne und Gehälter finden: Beispielsweise erwartet man in Zeiten schwacher Konjunktur, dass (1) Arbeit zunächst weniger nachgefragt wird, (2) die Löhne entsprechend sinken und (3) schließlich wieder Beschäftigung auf niedrigerem Lohnniveau herrscht. Tatsächlich aber steigen die Löhne nur weniger schnell an, gehen aber nicht zurück. Dadurch wird Arbeit überteuert und, so die klassische Wirtschaftstheorie, weniger nachgefragt.

Die Aussagekraft der Arbeitslosenquote ist immer wieder umstritten. Insbesondere die Frage, ob als arbeitslos diejenigen gezählt werden, die arbeitslos gemeldet sind, oder nur diejenigen aus dieser Gruppe, die wirklich eine Arbeit anstreben und nicht aus anderen Gründen "formal" arbeitslos gemeldet sind. Wie hoch die zahlenmäßige Differenz zwischen beiden Gruppen ist, ist natürlich nicht objektiv feststellbar und daher beliebtes Sujet der politischen Auseinandersetzung.

Rechtlich ist arbeitslos, wer Arbeit sucht und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen zum Beispiel:

Die Politik kann die Arbeitslosenquote kurzfristig drücken, indem sie Geldmittel für ABM-Maßnahmen, PSAs oder Fortbildungen bereitstellt. Diese Gestaltungsmöglichkeit wurde in der Vergangenheit insbesondere vor Wahlen gerne genutzt.

Für manche scheint der Anteil von Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung ein Maß zu sein, das nicht manipulierbar ist.

Table of contents
1 Aktuelle Zahlen: Arbeitslosenquote in Deutschland für Januar 2004
2 Bedeutung der Arbeitslosigkeit
3 Weblinks

Aktuelle Zahlen: Arbeitslosenquote in Deutschland für Januar 2004

Bundesland               Erwerbslose    Erwerbslosenquote
Sachsen-Anhalt             275.458        21,2
Mecklenburg-Vorpommern     190.796        21,2
Brandenburg                261.918        19,5
Sachsen                    415.052        18,5
Berlin                     303.277        17,9
Thüringen                  223.661        17,8
Bremen                      51.929        12,2
Schleswig-Holstein         147.654        10,5
Nordrhein-Westfalen        914.213        10,4
Niedersachsen              389.848        10,2
Hamburg                     87.359        10,0
Saarland                    46.123         9,2
Hessen                     258.838         8,4
Rheinland-Pfalz            209.089         8,3
Bayern                     513.427         7,9
Baden-Württemberg          354.880         6,5
Deutschland gesamt       4.597.399        11,0
alte Bundesländer        2.927.237         8,9
neue Bundesländer        1.670.162        19,1

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Bedeutung der Arbeitslosigkeit

Nicht nur der einzele ist zur Deckung seiner Lebensverhältnisse auf Arbeit angewiesen, auch die Gesellschaft, die duch die feingliedrige Arbeitsteilung ihren kulturellen Stand erhalten und verbessern kann, braucht den Beitrag der Arbeit aller seiner Glieder.

Die Organisation der Arbeit prägt die gesammten Lebensverhältnisse der Gesellschaft. Nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung verfügt über die aussrechenden Mittel, seinen eigenen Lebensunterhalt dauerhaft zu sichern. Aus diesem Grund ist für die meisten Menschen ein Leben ohne Arbeit nicht zu realisieren, den die Sicherung der eigenen Existenz und ggf. auch die der unterhaltspflichtigen Angehörigen setzt Erwerbsarbeit vorraus.

Die Diskussionen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit münden lediglich darin, wie man mehr Arbeitsplätze schaffen kann. Für viele erscheint dies lächerlich, da die Unternehmen immer mehr Menschen entlassen, zum Teil durch die technische Möglichkeit, Arbeitsplätze einzusparen. Hier wären Fragen zu drei Themen zu erwägen:

  1. Welche Verantwortung hat das Unternehmen für die entlassenen Menschen?
  2. Wie können Menschen ohne Arbeit trotzdem gut leben?
  3. Wohin gehen die Gewinne der Unternehmen oder wie wurden sie in den wirtschaftlich guten Zeiten verwendet?

Andere appellieren an die Verantwortung von Gewerkschaften und Arbeitnehmern:
  1. Ist es wirklich sinnvoll, stets höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten durchzusetzen, die den Rationalisierungsdruck in den Unternehmen immer weiter erhöhen?
  2. Sind Kündigungsschutzmaßnahmen angebracht, wenn sie dazu führen, dass neue Arbeitnehmer so spät als möglich eingestellt werden?
  3. Sollen steigende Sozialabgaben auch weiterhin zu höheren Arbeitskosten und damit zu mehr Entlassungen führen?

Verwandte Themen: Arbeitsmarkt, Sozialrecht, Hartz-Konzept, Agenda 2010, Armut, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, New Work

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