Aufklärung

Der folgende Artikel handelt von der Aufklärung als Epoche der europäischen Geistesgeschichte. Weitere Bedeutungen unter Aufklärung (Begriffsklärung).
Die Aufklärung, eine Epoche der europäischen Geistesgeschichte im 18. Jahrhundert, war geprägt durch eine Bewegung der Säkularisierung und eine Abkehr von der absolutistischen hin zu einer demokratischen Staatsauffassung und dem Aufkommen von Gedanken zu Menschen- und Bürgerrechten. Die Bewegung trat für ein vernunftgemäßes Denken und gegen Vorurteile und religiösen Aberglauben ein; Wissenschaft und Bildung sollten gefördert und auch in den "niederen" Volksschichten verbreitet werden.

Die Aufklärung ging von England, Frankreich und Deutschland aus. Die wichtigsten Voraussetzungen für die Aufklärung waren jedoch die vorausgegangene Renaissance, die neuen Entdeckungen in Übersee und daraus entstandene neue Weltbild, die Papierherstellung aus Italien kommend und die Buchdruckerfindung in Deutschland. Damit wurde die Buchproduktion auch fürs bürgerliche Publikum möglich, ein Verlagswesen mit Zeitungsproduktion und Buchmarkt entstand. Die Reformation bediente sich ebenfalls des Mediums Buch. Auch wenn die Reformation die eigentliche "Säkularisation des Wissens" begünstigte und damit die Aufklärung auch enorm erleichterte, waren die meisten neuen reformierten Kirchen als Institutionen eigentlich kaum an der Aufklärung selbst beteiligt oder gar interessiert.

In seinem berühmten Aufsatz "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" von 1784 definiert der deutsche Philosoph Immanuel Kant die Aufklärung als den "Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit".

Die Aufklärung steht in engem Zusammenhang mit der Französischen Revolution und der Gründung der Vereinigten Staaten. Auch die Industrialisierung oder die Industrielle Revolution mit allen Folgen (Kapitalismus, Demokratie) ist ohne die vorausgegangene Aufklärung nur schwer vorstellbar.

Die Aufklärung setzte sich nicht widerspruchslos durch, von ihrem Beginn an regten sich Gegenstimmen. Im 20.Jahrhundert wurde die Vernunftkritik angesichts der Schrecken der Industrialisierung (Shoa, Imperialismus, Umweltzerstörung...) wieder verstärkt hervorgebracht. V.a. von der Frankfurter Schule und von FeministInnen. Der Kern der Argumentation ist, daß mit der theoretischen Ausblendung der von der Vernunft nicht erfassbaren Aspekte eine praktische Vernichtung verbunden ist. Die Aufklärung sei ein männliches, europäisches Projekt das sich nur durch die Unterdrückung der anderen Seite durchsetzten konnte. Das Andere der Vernunft stellen Frauen, Nicht-EuropäerInnen, die innere und die äußere Natur des Menschen dar.

Die Aufklärung in der deutschen Literatur

Berühmte Vertreter der Aufklärung:

Immanuel Kant
Voltaire
Denis Diderot
David Hume
Thomas Jefferson
Gotthold Lessing
John Locke
Montesquieu

Siehe auch: französischer Materialismus, protestantische Reformation, Humanismus





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