Aum-Sekte

Die Aum-Sekte (vollständiger jap. Name: オウム真理教 Ōmu Shinrikyō, Ohm-Lehre der Wahrheit) ist eine japanische Sekte, die durch einen Giftgasanschlag mit Sarin in der U-Bahn von Tokio am 20. März 1995 weltweit bekannt wurde.

Der Eigenname Aum ist im Deutschen irreführend: Um das japanische オウム (auf deutsch eigentlich ohm) im Englischen korrekt aussprechen zu können, wurde es nach dem Attentat in der englischen Presse Aum geschrieben - was damals von deutschen Meldungen einfach übernommen wurde und inzwischen oft falsch als a-um ausgesprochen wird.

Table of contents
1 Chronik der Sekte
2 Die Lehre
3 Zahlen und Fakten zum Sarin-Anschlag in Tokio
4 Weblinks

Chronik der Sekte

Die Lehre

Die Lehren der Aum-Sekte sind von Weltuntergangsverkündigungen geprägt und eine Mischung aus Pseudowissenschaft, Nostradamus-Weissagungen, esoterischem Buddhismus und Millennarium-Christianismus; aber auch Elemente aus dem Foundation-Zyklus des Science-Fiction-Schriftstellers Isaac Asimov werden verwendet. Die zentrale Gottheit für die Sekte ist der Hindugott Shiva, und wahre Erleuchtung ist nur innerhalb der streng abgeschlossenen Sektengemeinschaft möglich. Die "äußere Welt" wird als korrupt und verdorben betrachtet und muss notfalls gewaltsam bekämpft werden.

Einer der zentralen Punkte der Aum-Doktrin ist die kontroverse buddhistische Vorstellung von poa: Unter bestimmten Bedingungen kann demnach ein Mord sowohl das Opfer als auch den Täter der Erleuchtung näher bringen.

Zahlen und Fakten zum Sarin-Anschlag in Tokio

Am Montag, dem 20. März 1995, wurden zur morgendlichen Hauptverkehrszeit in den Pendlerzügen von drei Tokioter U-Bahn-Linien insgesamt fünf Lunchboxen und Getränkebehälter deponiert, die das Nervengift Sarin enthielten. Unmittelbar vor dem Aussteigen bohrten die Täter mit Regenschirmen Löcher in die Behälter, um das Gas freizusetzen. Das austretende Sarin verbreitete sich in 15 U-Bahn-Stationen; die ersten Notrufe gingen bei den Sicherheitsbehörden um 08:17 Uhr Ortszeit ein. Durch den Anschlag starben insgesamt 12 Menschen (neun sofort, einer später am selben Tag, zwei weitere einige Wochen später), und es gab über 5.000 Verletzte (viele davon schwer).

Nach umfangreichen Verhaftungen von Aum-Sektenmitgliedern kam es zu 189 Anklagen. 188 Urteile wurden bereits gefällt, darunter 11 Todesurteile (das letzte am 30. Januar 2004 gegen den 39-jährigen Chemiker Masami Tsuchiya, einer der Verantwortlichen für die Sarin-Herstellung). Alle zum Tode Verurteilten haben Berufung eingelegt. Das Urteil gegen den ehemaligen Sektenführer Shōkō Asahara, der u. a. auch wegen Mordes in 27 Fällen angeklagt ist, wird für den 27. Februar 2004 erwartet.

Weblinks





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