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Brockes stammte aus einer wohlhabenden Hamburger Kaufmannsfamilie. Er erhielt zunächst Privatunterricht, ab 1696 besuchte er die Lateinschule Johanneum. Von 1700 bis 1702 studierte er Jura und Philosophie in Halle (Saale). In Wetzlar trat er ein halbjähriges Praktikum am dortigen Reichskammergericht an. Es folgte eine Bildungsreise durch Italien, die Schweiz, Frankreich und die Niederlande. 1704 promovierte er in Leiden und kehrte dann nach Hamburg zurück.
Mit dem Tod seines Vater 1694 war er wirtschaftlich unabhängig geworden, was ihm erlaubte, sich in der Folge hauptsächlich seinen literarischen Interessen zu widmen. 1714 heiratete er Anna Ilsabe Lehmann, mit der er zwölf Kinder hatte. 1715 gründete Brockes mit anderen angesehenen Hamburger Bürgern die Teutsch-übende Gesellschaft, deren Ziel die Förderung der deutschen Sprache und Literatur war.
1720 wurde er Ratsherr und unternahm mehrere diplomatische Missionen im Auftrag des Rates.
1723 war er Mitbegründer der Patriotischen Gesellschaft, einer frühaufklärerischen Gesellschaft, deren Ziele Gemeinnützigkeit, Offenheit und Toleranz waren. Die Gesellschaft gab die moralische Wochenschrift Der Patriot heraus, in der Brockes insgesamt 23 Beiträge veröffentlichte.
1728 wurde Brockes Stadtrichter, 1730 Landrichter und 1733 Mitglied der Colonellschaft (Kontrollorgan) der Hamburger Bürgerwache. Außerdem wurde er zu dieser Zeit zum Kaiserlichen Pfalzgrafen erhoben.
1735 bis 1740 war er in Ritzebüttel an der Elbmündung hamburgischer Amtmann. Zurück in Hamburg übernahm er 1741 verschiedene Ämter: er war Präses der Admiralitäts- und Convoy-Deputation, erster Landherr auf dem Hamburger Berg, zweiter und ab 1742 erster Landherr von Hamm (Hamburg) und Horn sowie Vorsitzender des Scholarchats.
Bedeutend ist Brockes als Lyriker des Barock und der frühen Aufklärung. Sein Hauptwerk ist die Gedichtsammlung Irdisches Vergnügen in Gott, in der die Natur in ihr Schönheit und Nützlichkeit als Mittler zwischen Mensch und Gott reflektiert wird. Ein Beispiel: