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ß - das so genannte Eszett, in Österreich und Bayern "scharfes s", ist ursprünglich eine Ligatur (so wie auch 'W' eine ursprüngliche Ligatur ist, vgl. englisch "double u"). Ob es sich um eine Ligatur aus dem so genannten langen s (ſ) und dem normalen, runden s oder vielmehr um eine Ligatur aus (ſ) und z (wie der Name nahelegt) handelt, ist strittig. (Das lange 's' gab es in Schreibschriften, in der Fraktur, aber auch in Antiquaschriften; es wird heute kaum noch verwendet.) In alten Texten sind beide Formen gebräuchlich, wobei in Antiqua typisch "ſs" und in Fraktur "sz" gesetzt wurde. Gelegentlich findet sich im Fraktursatz auch die Ligatur "tz", die dennoch den Lautwert 'es' hatte. In der deutschen Orthografie (außer in der Schweiz) hat es heute die Funktion eines eigenständigen Buchstabens und dient der eindeutigen Repräsentation des stimmlosen s-Lautes (ß-Lautes). Zur doppelten Darstellung des Konsonanten wird anstelle von 'ßß' 'ss' verwendet (siehe unten).
Ein entsprechender Großbuchstabe existiert trotz diverser Bemühungen, einen zu kreieren, nicht, stattdessen wird seit der Rechtschreibreform von 1996 immer "SS" verwendet. Vor der Rechtschreibreform war die Umschreibung "SZ" bei Verwechslungsmöglichkeit zulässig.
Allerdings gab es in der ehemaligen DDR Versuche, ein versales "SZ" zu etablieren. In einer weit verbreiteten DUDEN-Ausgabe (1965) wurde dieses auf der Titelseite verwendet.
Die Diskussion um die Schaffung dieses typisch deutschen Ligatur-Zeichens ist aber immer noch nicht abgeschlossen, wie neue Entwürfe von Schriftdesignern zeigen.
Seit der Rechtschreibreform von 1996 folgt das 'ß' (wie andere alleinstehende einfache Konsonantenbuchstaben auch) immer einem langen Vokal, da die Doppelung eines Konsonanten den vorstehenden Vokal in der Aussprache normalerweise verkürzt (Beispiele: 'außer', 'schließen', 'Straße'). Ehemals mit 'ß' geschriebene Wörter, in denen es einem kurzen Vokal folgt, werden nun mit doppeltem 's' ('ss') geschrieben (Beispiele: 'dass', 'Fass').
In der Schweiz wird das 'ß' seit etwa 1935 nicht mehr verwendet. Normalerweise werden alle Wörter mit 'ss' geschrieben, einige Buchverlage verwenden jedoch 'ß' im Drucksatz.
Siehe auch: Alphabet, Orthografie