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Im weiteren Sinne versteht man unter Bier jedes alkoholhaltige Getränk, das auf Basis von vergorener Stärke hergestellt wurde, ohne dass dabei ein Destillationsverfahren angewandt wurde.
In der Regel wird die Stärke dabei aus Getreide gewonnen, gelegentlich wird aber auch Stärke aus Kartoffeln und sogar Erbsen herangezogen. Dementsprechend fällt auch der japanische Sake unter die Definition Bier oder "bierartige Getränke". In Russland zählt Bier offiziell zu den nichtalkoholischen Getränken.
| Table of contents |
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2 Brauprozess 3 Einteilung der Biere 4 Biermischgetränke 5 Wirtschaft 6 Biermaße 7 Weblinks |
Die frühesten Nachweise für Bier gibt es aus dem mesopotamischen Raum.
Die ältesten Überreste von Bier, die aus einer Zeit von 3500-2900 v. Chr. stammen, wurden vor kurzem in Godin Tepe im alten Mesopotamien (heute im West-Iran) entdeckt.
Ähnlich alt (aus der Zeit von 3500-3400 v. Chr) sind Funde aus Hieraconpolis in Oberägypten.
Schriftlich erwähnt wird Bier (kash auf sumerisch, shikaru in Akkadisch) in einer Reihe verschiedener früher Quellen:
Eine vom Amerikaner Samuel Noah Kramer entdeckte Tontafel aus Nippur (ca. 2100 v. Chr.) erwähnt Bier im Rahmen medizinischer Verschreibungen - nebenbei bemerkt die ältesten, erhaltenen, medizinischen Verschreibungen:
Die dort erwähnten Heilmittel sollten entweder äußerlich angewendet, oder eben mit Bier oder Wein zum Einnehmen verabreicht werden.
Es gibt Abbildungen biertrinkender Sumerer aus der Zeit von ca. 3000 v. Chr.
Der Codex Hammurapi enthält die älteste überlieferte Schankordnung der Welt.
Dieses babylonische Gesetzwerk in Keilschrift stammt aus der Zeit von ca. 1700 v. Chr.
Bier war zu dieser Zeit auch in Ägypten Grundnahrungsmittel aller Bevölkerungsschichten einschließlich des Königshauses. Es wurde hek genannt. Die meisten Biere schmeckten süßlich, manche wurden mit Stoffen wie Safran oder Anis gewürzt und mit Alraune vermischt.
Bei den Römern hieß das Bier dann Cervisia und war nach Ceres, der Göttin der Feldfrüchte benannt.
Allerdings forcierten die Römer zumindest in Südeuropa eher den Weinanbau. Besonders sensibel im Umgang mit dem gegorenen Hopfennektar zeigten sich die alten Sueben, deren erprobte Rezepturen bis heute im Südwesten den Feiertag schmücken.
Klosterbrauereien führten im Mittelalter zu einem geregelten Braubetrieb.
Im Mittelalter galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder.
Zum einen hatte es einen geringeren Alkoholgehalt als heute, zum anderen war Bier durch die Gärung weitgehend keimfrei, was man vom Wasser damals nicht behaupten konnte.
Schließlich hatte es wegen seines hohen Kaloriengehaltes einen unersetzbaren Nährwert.
Während der Fastenzeit wurde ein besonders starkes Bier mit hohem Alkoholgehalt (Starkbier, Bockbier) gebraut.
Später braute man Starkbiere auch zu anderen Feiertagen.
In Deutschland darf Bier bis heute nur nach dem Reinheitsgebot von 1516, das heißt nur aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe gebraut werden.
In anderen Ländern sind dagegen auch andere Zusätze erlaubt.
Bier wird in Bayern als Nahrungsmittel betrachtet. Obwohl die Tschechen einen höheren Pro-Kopf-Verbrauch an Bier haben und das meiste Bier in den USA und China gebraut wird, ist Bier heute vor allem als Volksgetränk in Bayern berühmt, wo es als erstes in der heutigen Form mit untergärigen Hefen gebraut wurde.
In Bayern sind auch noch heute besonders viele Biersorten und die größte Vielfalt an Brauereien auf kleinstem Raum (speziell in der Oberpfalz und Franken) anzutreffen. Aus Bayern kommen auch verschieden Traditionen rund ums Bier, z.B. der Spruch O'zapft is auf dem Münchner Oktoberfest oder der Trinkspruch: Hopfen und Malz - Gott erhalt's (eine Anspielung auf das Reinheitsgebot)
Im Wesentlichen besteht der Brauprozess für Bier aus folgenden Schritten:
Biere werden nach unterschiedlichen Kriterien verschieden klassifiziert.
Die wesentlichen Kategorien sind Biergattung, Bierart und Biersorte.
Aus steuer- und lebensmittelrechtlichen Erwägungen heraus gliedert der Gesetzgeber die Biere in unterschiedliche Gruppen auf. In der Regel wird dabei entweder der Alkoholgehalt und/oder der Stammwürzegehalt zur Beurteilung herangezogen.
Stammwürzegehalt ist ein Wert in Gramm Extraktstoffe vor der Vergärung. Ein Bier mit dem Stammwürzegehalt 12 % (manchmal auch 12° geschrieben) hat in einem Liter 120 Gramm Feststoffe.
Die Schweiz verwendet die ind Schweizerischen Lebensmittelverordnung folgendermaßen definierten Biersorten zur Gliederung
In Tschechien wird Bier nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, nur das für den Export bestimmte Bier entspricht dem Reinheitsgebot. Deshalb wird das in Tschechien angebotene Bier oft als schmackhafter angesehen.
Bierarten sind eine Gliederung, die auf die Art der verwendeten Hefe abzielt.
Dabei unterscheidet man:
Innerhalb der Bierarten unterscheidet man nach der Art des Brauens, der verwendeten Getreide, des Hopfenanteils und anderer Kriterien folgende Biersorten:
Als leicht alkoholisches Getränk, das auch in größeren Mengen getrunken werden kann, sind Biermischgetränke beliebt.
Dabei wird das Bier etwa im Verhältnis 1:1 mit einem Erfrischungsgetränk wie Limonade oder Cola verdünnt.
Ursprünglich nur frisch in Biergärten und Kneipen zusammengemischt, werden Biermischgetränke seit etwa 2002 auch zunehmend bereits fertig gemischt von einigen großen Bierherstellern angeboten.
Die bekanntesten Mischgetränke sind das Radler (aus Export und Limonade, in der Schweiz auch Panaché - aus dem französisch: mischen. ),
das Alsterwasser (aus Pils und Limonade) und
das Krefelder (aus Altbier und Cola).
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im dritten Quartal 2003 in Deutschland 29,6 Mill. Hektoliter (hl) Bier abgesetzt, das entspricht der gleichen Menge wie im Vorjahreszeitraum. Nicht
enthalten sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malztrunk sowie
das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier.
Biermischungen (z.B. Radler) waren im Berichtszeitraum mit 1,0 Mill. hl
oder 3,3% am gesamten Bierabsatz beteiligt, das ist ein Minus von 6,1%
gegenueber dem dritten Quartal 2002 (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 437 vom 30.10.2003).
Je nach Gegend haben sich verschieden Glasgrößen aus den alten Maßeinheiten erhalten:
Geschichte
Bier wird seit ca. 6000 Jahren hergestellt.
Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Brot, das nass geworden war und zu gären begonnen hatte, den Auslöser zur bewussten Herbeiführung des Gärungsprozesses gegeben hat.
Diese Entdeckung hat sich wahrscheinlich mehrfach in der Geschichte der Menschheit zugetragen.
Es lässt sich also auch nicht genau sagen, wo zuerst Bier gebraut wurde. Brauprozess
Einteilung der Biere
Gesetzgeberische Eingliederung nach Alkoholgehalt
Deutschland: Biergattungen
Biergattungen sind die in Deutschland verwendete gültige steuerrechtliche Untergliederung, die nur am Stammwürzegehalt festgemacht wird. Schweiz: Biersorten
Tschechien: Biersorten
Beliebt und viel getrunken wird Bier mit 10°, man kann wegen dem vergleichsweise geringen Alkoholgehalt von etwa 3,8-4% relativ viel trinken. 'Lezak' ist den Touristen oder besonderen Feierlichkeiten vorbehalten. Eine Sonderstellung bilden Biere wie das 'u Fleku' aus Prag mit 14° Stammwürze oder 'cerveny Drak' mit 18° - sie sind in keine der herkömmlichen Klassen einzustufen.Bierarten
Klassische Beispiele sind Altbier, Kölsch und Weizenbier, sowie die meisten englischen Biersorten.
Die klassischen Sorten hier sind Pils und Export.Biersorten
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