Der Begriff Billigfluggesellschaft (auch kurz Billigflieger) wird für Fluggesellschaften genutzt, die Linienflüge zu niedrigen Preisen anbieten.
Kennzeichen einer typischen Billigfluggesellschaft:
- Es existiert nur eine Passagierklasse, es wird also auf die Unterscheidung Business-, Economy-Class verzichtet.
- Durch die Nutzung nur eines einzigen Flugzeugtypes werden Reparatur- und Trainingskosten reduziert.
- Freie Sitzplatzwahl an Bord des Flugzeuges.
- Direktflüge zwischen zwei Orten ohne Transfer zu Anschlussflügen.
- Angeflug von preiswerten Sekundärflughäfen.
- Kurze Flüge mit kurzen Aufenthalten zwischen zwei Flügen, so dass die Standzeiten reduziert werden.
- Verzicht auf zusätzlichen kostenlosen Service. An Bord werden keine Mahlzeiten serviert, es können Getränke und Snacks gekauft werden.
Das Modell der Billigfluggesellschaften stammt aus den USA und wurde dort von Southwest Airlines 1971 ins Leben gerufen. In Europa gehören EasyJet und Ryanair zu den erfolgreichsten Billigfluglinien, die mit der Deregulierung im Flugverkehr ihre Passagierzahlen enorm steigern konnten. Seit Ryanair im Februar 2002 in der Nähe von Frankfurt am Main (Frankfurt-Hahn) eine Basis eröffnet hat und im Herbst 2002 mit Germanwings und HLX zwei deutsche Billigfluggesellschaften vom Flughafen Köln-Bonn gestartet sind, boomen die Billigflieger auch in Deutschland.
Probleme um die Billigfluggesellschaften
Der Flopp BerlinJet
2002 gründeten die drei Unternehmer Oliver A. Heinz, Torsten Mache (vorher Betreiber einer Internetagentur) und Klaus Marzinamit (Ex-Lufthansapilot) die BJ Flugreisen GmbH, die unter der Bezeichnung BerlinJet preiswerte Flüge von Berlin-Schönefeld nach München, Paris, Mailand und Nizza angeboten hat. Da BerlinJet über keine eigene Fluglizenz verfügte, sollten Flugzeuge komplett mit Crew gechartet werden.
Für September 2002 wurden erstmals Flüge für 9 € plus Steuern verkauft, die jedoch nie durchgeführt wurden, da es angeblich Probleme mit dem Partner Iberia gab. Am 10. Februar 2003 startete BerlinJet erstmals mit MD Airlines, musste jedoch die Flüge aus finanziellen Gründen bereits am 20. Februar 2003 wieder aufgeben. Aufgrund der anschließenden Insolvenz des Unternehmens wurden die Kosten für die bereits gebuchten, jedoch nicht stattgefundenen Flüge nicht erstattet.
Billigfluggesellschaften im deutschsprachigen Raum