Bluttransfusion

Eine Bluttransfusion ist eine Übertragung von Blut von einem Menschen Blutspender auf den anderen Blutempfänger.

Vollbluttransfusionen werden heutzutage praktisch nicht mehr durchgeführt, statt dessen werden die einzelnen, im jeweiligen Fall benötigten Blutbestandteile gezielt transfundiert.

Table of contents
1 Blutspender
2 Indikation zur Bluttransfusion
3 Empfänger
4 "Kompatibilität" - passende Blutgruppen
5 Transfusionszwischenfall / Transfusionsreaktion
6 Transfusionsrisiko
7 Rechtliches
8 Geschichte
9 Weblinks

Blutspender

Blutspender müssen bestimmte Bedingungen erfüllen, um bestmöglich sicherzustellen, dass ihr Blut hohen Qualitätsanforderungen genügt. So versucht man durch Anamnese und Untersuchung der Spender Krankheiten auszuschließen und "riskante Spender" garnicht erst zuzulassen. Jedem Blutspender wird eine Blutprobe entnommen, aus der z.B. Hepatitis- und HIV-Teste durchgeführt werden. Zumindest in Deutschland erfolgt die Blutspende freiwillig und unentgeltlich (man will vermeiden, z.B. Drogenabhängige oder andere "Risikospender" durch eine Bezahlung anzulocken).

Indikation zur Bluttransfusion

Empfänger

Jede Bluttransfusion erfordert die Einwilligung des Patienten nach entsprechender Aufklärung (in begründeten Notsituaionen kann davon abgewichen werden). Manchmal sind Spender und Empfänger dieselbe Person (
Eigenblutspende).

"Kompatibilität" - passende Blutgruppen

Bei der Transfusion müssen die verschiedenen Blutgruppenmerkmale beachtet werden. Es darf nur (AB0- und Rhesus-)Blutgruppengleiches Blut übertragen werden, sonst kommt es zu einer lebensbedrohlichen immunologischen Reaktion auf das fremde Blut. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Blutgruppensysteme AB0 und Rhesus. Während in den meisten anderen Blutgruppensystemen Antikörper gegen fremde Merkmale erst nach einer Transfusion gebildet werden und somit erst frühestens einige Tage später, bei einer erneuten Transfusion stören würden, sind im AB0-System solche Antikörper grundsätzlich gegen alle AB0-Merkmale vorhanden, die der Empfänger selber nicht hat. Wichtig ist das wegen den sehr aggressiven Nebenwirkungen:

Transfusionszwischenfall / Transfusionsreaktion

Wie bei jedem anderen Arzneimittel, kann es auch bei Blutprodukten zu unerwünschten Reaktionen und Nebenwirkungen kommen. Besonders geführchtet ist die akute hämolytische Transfusionsreaktion nach Transfusion einer AB0-unverträglichen Erythrozyten-Konserve. Solche Zwischenfälle sind mittlerweile sehr selten, können aber noch immer tödlich enden. Eine weitere häufige Komplikation sind allergische Reaktionen gegen Bestandteile des fremden Blutes.

Transfusionsrisiko

Mit einer Blutkonserve können Bakterien (z.B. Yersinien) und Viren (HIV, Hepatitis-Viren) übertragen werden. Bei einer sorgfältigen Testung und Spenderauswahl ist die Gefahr der Übertragung von Hepatitis und HIV allerdings äußerst gering.

Rechtliches

Das Transfusionswesen wird auf rechtlicher Ebene durch das Transfusionsgesetz geregelt. Die konkrete Umsetzung der Vorschriften geht aus den Richtlinien und Leitlinien zur Hämotherapie der Bundesärztekammer hervor, die teilweise sehr detailliert festlegen, wie die einzelnen Handlungsschritte von der Auswahl des Spenders bis zur Übewachung des Empfängers zu erfolgen haben.

Treten starke Blutverluste auf, z.B. bei Unfällen, Operationen oder Magendarmblutungen, sind Bluttransfusionen oft lebensrettend.

Bluttransfusionen werden von verschiedenen Gruppen oft aus religiösen Gründen abgelehnt (z.B. Zeugen Jehovas, Christliche Wissenschaft, manche orthodoxen Juden).

Geschichte

Die erste Bluttransfusion am Menschen fand am 1. September 1818 im Londoner St. Guy's Hospital statt. Der Patient von Dr. Blundell erhielt etwa einen halben Liter Blut verschiedener Spender. Er überlebte den Eingriff nicht.

Die erste Bluttransfusion auf deutschem Boden führte Matthäus Gottfried Purmann (* 1648 † 1711) 1668 in Frankfurt (Oder) durch. Ein Herr Welslein wurde durch übertragenes Lämmerblut vom Aussatz (Lepra) geheilt - 200 Jahre bevor der Wiener Pathologe Dr. Karl Landsteiner geboren wurde, der das AB0-Blutgruppensystem entdeckte.

Weblinks

http://www.bundesaerztekammer.de/30/Richtlinien/index.html
http://www.gesundheit.de/roche/ro02500/r4318.html
http://www.rc.kyushu-u.ac.jp/~michel/publ/aufs/44/44.html





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