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Unter dem Boxeraufstand (義和團起義) versteht man angeblich den Aufstand eines chinesischen Geheimbundes, der Gesellschaft der großen Messer (chin. Ta-Tau-Hui). Die Bezeichnung Boxer ist auf ein sprachliches Missverständnis im Englischen zurückzuführen, die Mitglieder dieses Geheimbundes waren keine Boxer im sportlichen Sinne. Die Heiße Phase des Aufstandes fand in der Zeit von April bis August 1900 statt.
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2 Der Boxeraufstand 3 Nach dem Aufstand 4 Weblinks |
Vorgeschichte
China hatte sich bis in das 19. Jahrhundert erfolgreich gegen den Rest der Welt abgeschottet. Dann forderte der Kolonialismus der Europäer, Amerikaner, Japaner und Russen ihren Anteil an China.
Ab der Mitte des Jahrhunderts verlor China mehrere Kriege:
Am 10. Juni marschierte ein 2000 Mann starkes britisches Expeditionskorps von Tientsin los, um den Aufstand niederzuschlagen. Sie wurden erfolgreich von den Boxern aufgehalten, die dann, am 14. Juni, in Peking einmarschierten. Unruhe verbreiteten sie vorwiegend unter den rund 4000 Ausländern und 3000 Chinesenchristen, die um ihr Leben fürchteten.
Am 20. Juni wurde der Gesandte der deutschen Reichsregierung, Baron Klemens Freiherr von Kettler, in Peking erschossen. Zwar lehnten sich hochrangige Chinesen (Vizekönige und Gouverneure) gegen die Kaiserinwitwe auf, doch der Aufstand ging weiter. Vorwiegend Botschaftsangehörige verschanzten sich im Diplomatenviertel, die britische Botschaft wurde zur Kommandozentrale der rund 500 Bewaffneten, die rund 20.000 Chinesen gegenüberstanden.
Am 13/14. Juli entsandte Kaiser Wilhelm II, nach seiner berüchtigten Hunnenrede, ein 30.000 Mann umfassendes Expeditonskorps nach China, nachdem er von (falschen) Berichten über Massaker an Botschaftsangehörigen gehört hatte. Andere Länder folgten seinem Beispiel. Am 4. August marschierte dann eine 20.000 Mann starke alliierte Armee von Tientsin aus Richtung Peking: Deutsche, Engländer, Franzosen, Russen, Amerikaner, Japaner, Österreicher und Italiener.
Diese Armee erreichte am 13. August Peking, an dem Tag, als die Boxer das Diplomatenviertel stürmen wollten. Tags darauf eroberten die Alliierten die Stadt. Am 15. August floh die Kaiserinwitwe und ihr Rat aus Peking nach Sian.
Nach dem Aufstand
Am 27. September erhielt der Befehlshaber der deutschen Soldaten, Feldmarschall Graf von Waldersee, den Oberbefehl über die alliierten Streitkräfte und unternahm Strafexpeditionen gegen die flüchtigen Aufständischen, wobei viele Greueltaten verübt wurden.
Mit Jung Ju, dem Oberbefehlshaber der chinesischen Streitkräfte, übernahm am 11. November ein gemäßigter Politiker den Vorsitz im Großen Rat der Kaiserinwitwe und kam den Alliierten entgegen. Am 10. Januar 1901 akzepierte China das von den Siegermächten diktierte Friedensabkommen, das vorsah, dass