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Der Büstenhalter oder umgangssprachlich BH ist ein Wäschestück, das die weibliche Brust stützen und formen soll.
Schon in der Antike und dem Mittelalter trugen Frauen Binden über ihre Brüste, um diese zu stützen.
Der erste "richtige" Büstenhalter wurde jedoch erst 1889 von der Französin Herminie Cadolle patentiert. In Deutschland folgte im Jahr 1891 Hugo Schindler. Schindlers "Brusthalter" hatte zwei an einem Gürtel befestigte Kappen, die oben mit Bändern befestigt wurden. Um die Jahrhundertwende wurde der Büstenhalter vielerorts von Frauen anstelle des Korsetts verwendet. Die ersten BHs bestanden aus Leinen, ab den 1920er Jahren wurden sie auch aus Seide, Musseline oder Batist hergestellt.
Etwa gleichzeitig mit Hugo Schindler, erfand in den USA Mary Jacobs einen Ersatz für das Mieder: Aus zwei Taschentüchtern und einigen Bändern fertigte sie ein Wäschestück, um ihre Brüste zu bedecken. 1914 ließ sie diese Erfindung patentieren und verkaufte das Patent anschließend an die Warner Brothers Corset Company.
Als der BH das Mieder zu verdrängen begann, kamen parallel dazu auch Hüftgürtel (Strapse) und Strumpfband auf.
Während den 1930er Jahren kamen Mieder erneut in Mode. Ebenfalls zu beginn der 1930er wurde in den USA erstmals die noch heute bekannten Standardgrössen (A-, B- und C-Cups) eingeführt. Erst 1947, mit dem so genannten New Look lief ihm der Büstenhalter den Rang endgültig ab. Es gab fortan BHs mit verstärkten Körbchen (mit Fischbein-, später Metallbügel unterhalb der Schalen), wattierte BHs, verstärkte BHs, Push-ups, BHs mit und ohne Verschluss, Verschluss hinten oder vorne, usw.
In den sechziger Jahren kam es mit der aufflammenden Frauenbewegung zu öffentlichen BH-Verbrennungen. Erst ab 1994, mit der Einführung des Wonder-Bra und neuen Materialien, kommt es zu einem neuen BH- und Lingerieboom.
Siehe auch: Korsett - Unterwäsche - Bikini - Liste der Kleidungsstücke
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