Die Cap Arcona war ein Luxusdampfer der Hamburg-Südamerika-Linie, die nach dem Kap Arkona auf der Insel Rügen benannt war. Das Schiff mit 206 Metern Länge und 27500 BRT Raummaß, lief 1927 vom Stapel und galt als eines der schönsten Schiffe seiner Zeit.
Die Cap Arcona
auf einer alten
Ansichtskarte
Der Dampfer beförderte sowohl Luxusreisende wie auch Auswanderer, vorwiegend nach Südamerika. Ab 1940 wurde die Cap Arcona von der deutschen Kriegsmarine verwendet und verblieb in der Ostsee. Ab Ende 1944 wurde sie zum Transport von Flüchtlingen aus Ostpreußen nach Westen eingesetzt, danach von der Kriegsmarine aufgegeben. Ab 26. April 1945 wurde die Cap Arcona mit Häftlingen aus dem KZ Neuengamme beladen und zusammen mit zwei kleineren Schiffen, der Thielbek und der Athen, in die Lübecker Bucht gebracht in der Absicht, Spuren der KZ-Verbrechen zu vernichten.
Das Wrack der
Cap Arcona
nach dem Luftangriff
Am 3. Mai 1945 trieben die Cap Arcona, die Thielbek, die Athen und die Deutschland schutzlos in der Lübecker Bucht zwischen Neustadt (Holstein) und Scharbeutz. Sie wurden von alliierten Fliegern versenkt. Rund 7000 bis 8000 KZ-Insassen ertranken, Überlebende wurden am Ufer von der SS erschossen.
Die Versenkung gehört mit denen der Wilhelm Gustloff und der Goya (ebenfalls 1945) in der Ostsee zu den drei verlustreichsten Schiffsuntergängen der Geschichte.
Web-Links
Literatur
- ISBN 3-923457-08-1 Lange, Wilhelm: Cap Arcona. 1988 Eutin: Struves Buchdruckerei u. Verlag
- ISBN 3-88243-590-9 Schwarberg, Günther: Angriffsziel "Cap Arcona". 1998 Göttingen: Steidl Verlag
Siehe auch: KZ Neuengamme, Katastrophen der Seefahrt, Neustadt in Holstein.