Das Kommunistische Manifest

zh-cn:共产党宣言

Das Kommunistische Manifest wurde erstmals 1848 von Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlicht. Es ist eine der einflussreichsten politischen Schriften der Geschichte. Es entstand in London beim Kongress des Bundes der Kommunisten, und legt die kommunistischen Vorstellungen dar, die klassenlose Gesellschaft durch eine proletarische Revolution zur Überwindung des Kapitalismus zu erreichen.

Aus dem Vorwort:

Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche Polizisten.

Wo ist die Oppostitionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als kommunistisch verschrien worden wäre, wo die Oppositionspartei, die der fortgeschritteneren Oppositionsleuten sowohl wie ihren reaktionären Gegnern den brandmarkenden Vorwurf des Kommunismus nicht zurückgeschleudert hätte?

Das im Manifest dargestellte politische Programm wird Sozialismus genannt, und erstrebt die Abschaffung des Grundbesitzes, der Vererbung sowie die Verstaatlichung von Großindustrie und Transportindustrien (wie Eisenbahn, Reedereien). In Folge der so entstandenen sozialistischen Gesellschaft entwickle sich dann die klassenlose kommunistische Gesellschaft.

Zwischen 1872 und 1890 sah das Manifest eine Reihe von Neuausgaben, die Karl Marx insbesondere für den einfachen Arbeiter verfasste. Daher bilden diese Ausgaben seine zugänglichsten Schriften, die gleichzeitig einen Einblick in die Absichten und die Politik der ersten Kommunisten geben.

kritische Einwände

Aus dem Kapitel "Proletarier und Kommunisten":

Sind im Laufe der Entwicklung die Klassenunterschiede verschwunden und ist alle Produktion in den Händen der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung einer andern. Wenn das Proletariat im Kampfe gegen die Bourgeoisie sich notwendig zur Klasse vereint, durch eine Revolution sich zur herrschenden Klasse macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse aufhebt, so hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingungen des Klassengegensatzes, die Klassen überhaupt, und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf.

Es ist dieses Prinzip des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus, das viele Kritiker, insbesondere zur Zeit der Sowjetunion, aufgegriffen haben. Anarchisten, Liberale und Konservative haben sich gleichermaßen gefragt, wie ein Monolith wie Parteiapparat und Bürokratie je in die klassenlose Gesellschaft übergehen könne. Sowohl traditionelle als auch moderne Theorien und Beobachtungen politischer Machtstrukturen bestätigen, dass eine Gruppe oder Organisation ihre Macht zu erhalten sucht, und keineswegs bereit ist, den Übergang zu einer anderen Machtordnung zuzulassen geschweige denn zu fördern.

Zum Schluss noch einmal aus dem 4. Kapitel "Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien":

Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, dass ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

Weblinks

Originaltext in "Marxists’ Internet Archive"



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