DDT

DDT (Dichlorphenyl-trichlorethan) ist ein in der BRD und in großen Teilen der Welt verbotenes Insektizid, welches ab Anfang der 1940er Jahre zur Schädlingsbekämpfung, vorwiegend zur Bekämpfung des Malariaerregers eingesetzt wurde und teilweise immer noch wird.

Table of contents
1 Geschichte
2 Technisches DDT
3 Wirkungen

Geschichte

Erstmals beschrieben wurde DDT im Jahre 1874 von dem deutschen Chemiker Othmar Zeitler. Die Insektizide Wirkung wurde allerdings erst 1939 von dem Schweizer Paul Müller entdeckt.

Die industrielle Produktion begann Anfang der 1940er Jahre. DDT wurde zuerst zur Malariabekämpfung eigensetzt, später verwendete man es als "Allzweckmittel" gegen allerlei Arten von Insekten. Es gab auch eine militärische Anwendung von DDT. Rekruten der US-Armee wurden zum Schutz vor Läusen mit DDT eingepudert und erhielten zusätzlich DDT-Imprägnierte Hemden. Nach 1945 wurde das DDT-Puder auch in Deutschland zur Bekämpfung einer typhusübertragenden Läuseart angewendet. In der Folgezeit wurde DDT überall als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft, dem Obst- und Gemüsebau angewendet. Es fand auch in Insektensprays für den Haushalt Verwendung.

Mitte der fünfziger Jahre wurde erstmals eine schädigende Wirkung von DDT in Form von großen Vogelsterben bekannt. Im Jahre 1963 veröffentlichte die amerikanische Wirtschaftsjournalistin Rachel Carlson ihr Buch Silent Spring, in dem sie einen "stillen Frühling" aufgrund dieses Vogelsterbens prognostiziert. Es hat acht Jahre gedauert, bis das amerikanische Umweltministerium schließlich eine Anhörung über DDT abgehalten hat. Es kam dann zu DDT-Verboten:

DDT wurde in der ehemaligen DDR unter dem Namen Hylotox 59 eingesetzt und ist vor allem dort noch häufig nachweisbar.

Technisches DDT

Im technischen DDT kommen veschiedene Isomere und Metaboliten in unterschiedlichen Konzentrationen zur Anwendung:

Chemische Eigenschaften (Kurzform)

Wirkungen

Das o,p'-DDT-Isomer, welches im technischen DDT einen Anteil von 20% hat, besitzt nachweislich eine östrogene Wirkung. Der DDT-Metabolit DDE hat eine androgene Wirkung. Außerdem zeigte DDT und seine Metaboliten DDE und DDD im Tierversuch eine cancerogene (krebserregende) Wirkung. DDT und DDE wurden im Labortest zusätzlich als Erbgut verändernde Stoffe identifiziert. Ob und weshalb DDT beim Menschen krebserregend sein könnte, ist derzeit Gegenstand aktueller Forschungen. Die cancerogene Wirkung ist möglicherweise auf die hormonelle Wirksamkeit zurückzuführen.


DDT ist auch der Name einer bekannten russischen Rockmusikgruppe aus Sankt Petersburg.




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