Debitismus

Die Theorie des Debitismus wurde von den Bremer Professoren Heinsohn und Steiger zum ersten Mal im Buch "Eigentum, Zins und Geld" beschrieben. Paul C. Martin hat diese Theorie beschrieben und weiterentwickelt.

Table of contents
1 Theorie
2 Kritik
3 Bedeutung
4 Literatur

Theorie

Der Debitismus lehnt das Konzept der Quantitätsgleichung mitsamt der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ab, sondern definiert alle Wirtschafttransaktionen als Schuldenaufnahme bzw. Schuldentilgung, denen eine entsprechende Guthabenbildung bzw. Guthabenvernichtung gegenübersteht.

Eine zentrale Rolle im debitistischen Konzept spielt der Staat, der zur Finanzierung seiner Machtausübung von den Bürgern Steuern "erpresst" (sog. Räuberstaat). Zur Bezahlung dieser Steuern müssen die Bürger Schulden aufnehmen, wodurch sich eine Schuldenspirale in Gang setzt, die nur durch periodische Wirtschaftskrisen und damit verbundene Revolutionen unterbrochen werden können.

Der Zeitunterschied zwischen dem (frühen) Steuertermin des Bürgers und dem (späten) Zeitpunkt seines Einkommens erklärt und rechtfertigt für Paul C. Martin die Erhebung von Zinsen. Der Begriff Zeit spielt in der debitistischen Theorie eine extrem wichtige Rolle.

Kritik

Das Konzept des Räuberstaates mag für die Staaten der frühen Neuzeit und während der kolonialistischen Expansion der europäische Staaten gültig gewesen sein. Die modernen europäischen Staaten beruhen jedoch auf einem komplexen Entscheidungsprozess, der einkommensunabhängige Steuern nicht vorsieht.

Bedeutung

Der Debitismus wird nicht nur im privaten Kreis diskutiert. Er wird von einigen Professoren (u.a. Heinsohn und Steiger) als Alternative zur gegenwärtigen Wirtschaftstheorie angesehen.

Literatur

Heinsohn und Steiger: "Eigentum, Zins und Geld"




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