Degussa

Degussa ist ein Akronym für Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt.

Die Degussa AG ist ein Konzern mit Sitz in Düsseldorf. Er ist das drittgrößte deutsche Chemieunternehmen. Vorgängergesellschaften waren die Degussa, Hüls, SKW Trostberg und Goldschmidt.

Firmengeschichte

Die Degussa wurde 1873 als Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt in Frankfurt am Main gegründet. Sie ging aus der 30 Jahre zuvor in Betrieb genommenen Frankfurter Scheideanstalt hervor.

1999 fusionierte sie mit der VEBA-Tochter Hüls AG zur Degussa-Hüls AG.

Nach der Vereinigung von VEBA und VIAG zur E.ON AG wurden die Degussa-Hüls und die VIAG-Tochter SKW Trostberg im Jahr 2001 zur Degussa AG zusammengelegt.

Degussa ist Gründungsmitglied der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft. Dr. Michael Jansen, ehemaliger Degussa-Generalbevollmächtigter, ist seit dem Jahr 2000 Vorstandsvorsitzender der vom Bundestag ins Leben gerufenen Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, welche Wiedergutmachungen an ehemalige NS-Zwangs- und Sklavenarbeiter zahlt.

Beteiligung an Zyklon-B-Herstellung

Degussa ist formal gesehen nur indirekt an der Produktion von Zyklon B beteiligt gewesen. Das Patent für die hochgiftige Substanz wurde für die "Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung" (Degesch) beantragt. Degesch gehörte zu 42,5% Degussa. 1924 wurde Zyklon B als Schädlingsbekämpfungsmittel bei den "Dessauer Werken für Zucker und chemische Industrie" hergestellt und über die Degesch u.a. an Tesch & Stabenow geliefert. Tesch & Stabenow (Sitz in Hamburg) war von 1941 an für die Lieferungen an das Konzentrationslager Auschwitz zuständig. Der Umsatz mit Zyklon B war in Bezug auf das Degussa-Gesamtgeschäft unbedeutend. Nach dem Krieg wurde die Degussa von dem Vorwurf freigesprochen, vom wirklichen Verwendungszweck von Zykon B gewußt zu haben.

Beteiligung am Bau des Holocaust-Mahnmals

Degussas Beteiligung an der Zyklon-B-Herstellung kam wieder in die öffentliche Diskussion im Zusammenhang mit dem Bau des Denkmals für die ermordeten Juden Europas, als bekannt wurde, dass sowohl der Betonverflüssiger als auch die Anti-Graffiti-Beschichtung des Mahnmals aus dem Hause Degussa stammen. Die Arbeit am Mahnmal wurde zur Erörterung der Situation vorübergehend unterbrochen. Am 13. November 2003 beschloss jedoch das Kuratorium der Mahnmal-Stiftung den Weiterbau mit weiterer Beteiligung der Degussa. Gerade die Degussa AG hätte sich in den letzten Jahren sehr um Vergangenheitsbewältigung und Offenlegung der eigenen Geschichte bemüht.

Weblinks