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Die Insel wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Délos war im Altertum eine blühende und als Nationalheiligtum der Griechen hochgefeierte Stätte.
Einst, wie der Mythos erzählt, schwamm die Insel auf dem Meer, bis sie Poseidon für die umherirrende, von der Hera verfolgte Leto (Latona) an vier diamantenen Säulen befestigte. Leto gebar hier den Apollon und die Artemis (daher deren Beinamen
Delios und Delia); die Insel war deshalb ein heiliger Ort und wurde ein Hauptsitz der Verehrung beider Gottheiten, nachdem schon vorher ein orientalisches Götterpaar dort verehrt worden war.
Zahlreiche Tempel und Kunstwerke schmückten Délos; namentlich galt der prachtvolle Apollontempel mit der Kolossalstatue des Gottes, einem Weihgeschenk der Naxier, allen Griechen als größtes Heiligtum. Es war ein dorischer Bau aus dem Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. von 29,49 m Länge und 13,55 m Breite, wie die seit 1877 von Homolle für das französische archäologische Institut ausgeführten Nachgrabungen gezeigt haben.
Nördlich von ihm stand ein merkwürdiger Altar, der ganz aus Stierhörnern, den Symbolen des Lichts, zusammengesetzt war und zur Entstehung des sogen Delischen Problems Veranlassung gab.
Sämtliche ionische Staaten schickten hierher feierliche Gesandtschaften (Theorien) mit reichen Opfergaben, und unermeßliche Schätze häuften sich in den Tempeln der Insel an. Auch befand sich in Délos ein Orakel, das zur Zeit seiner Blüte als eins der zuverlässigsten galt, und alle fünf Jahre wurde daselbst das berühmte Delische Fest mit Wettgesängen, Wettkämpfen und Spielen aller Art gefeiert, woran alle Stämme Griechenlands teilnahmen.
Die frühsten Bewohner der Insel waren Karier; etwa tausend Jahre v. Chr. wurde sie von den Ioniern besetzt. Sie stand lange Zeit hindurch unter eignen Priesterkönigen und war insonderheit als Mittelpunkt für die große athenische Bundesgenossenschaft wichtig. Infolge der Heiligkeit des Apollontempels ward seit 476 die Bundeskasse hier bewahrt.
Einige Jahrzehnte später kam die Insel in Abhängigkeit von Athen, erfreute sich aber nach dem Sturz dieser Macht durch die Mazedonier von neuem der Freiheit. Als Handelsplatz blühte die Stadt Délos, deren Ruinen nördlich von denen des Tempels liegen, erst nach Korinths Zerstörung auf, namentlich ward sie ein vielbesuchter Sklavenmarkt und wegen ihrer Zollfreiheit Mittelpunkt des Verkehrs zwischen dem Schwarzen Meer und Alexandria.
Ein schwerer Schlag, von dem sie sich nie wieder erholte, traf die Insel, welche selbst die Perser geschont hatten, im Mithridatischen Krieg. Menophanes, der Feldherr des Mithridates, landete 87 mit einer Truppenabteilung bei der offenen Stadt, ermordete und verkaufte die Einwohner, plünderte und zerstörte die Stadt und das Heiligtum mit seinen zahlreichen Kunstschätzen.
Nach dem Friedensschluß (84 v. Chr) kam Délos in die Hände der Römer, die es später den Athenern zurückgaben.
Von den Prachtbauten des Altertums sind noch einige Trümmer des Apollontempels, desThea-ters und Gymnasiums vorhanden; Homolles Ausgrabungen legten diejenigen des Letoon, des Artemision, des Schatzhauses etc. frei.
Auf dem Kynthos, wo das älteste Apollonheiligtum und in römischer Zeit ägyptische Kultstätten lagen, finden sich auch Reste einer aus antiken Trümmern erbauten fränkischen Burg.
Neben Délos liegt jenseits einer 0,6 km breiten Meerenge die Insel Rheneia ("Groß-Delos"), die den Begräbnisplatz von Délos bildete, da auf dem heiligen Délos niemand geboren werden, auch niemand sterben und ein Grab finden durfte (Délos selbst wurde 426 v. Chr durch die Athener von den früher dort bestatteten Leichen gereinigt). Sie besteht aus zwei mehrfach ausgezackten Bergmassen, die bis 150 m ansteigen und durch einen schmalen Isthmus miteinander verbunden sind; sie ist 17 km² groß, noch öder und kahler als D. und wird wie dieses nur zeitweise von Hirten und Schiffern besucht.
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