Denken

Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer aktiven inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen sucht.
Die innere Aktivität besteht aus Verknüpfen (Assoziation) oder bewusstem Entkoppeln der Gedankeninhalte, der Ideen, sowie deren Umformungen. Oft basiert das Denken auf einem Einfall, oder wird spontan durch Gefühle bzw. Situationen, aber auch durch Sinneseindrücke oder Personen ausgelöst.

Table of contents
1 Wortlose Sprache
2 Entwicklung von kausalem Denken und Logik
3 Soziale Relevanz
4 Zitate
5 Weiterführenden Informationen

Wortlose Sprache

Das Denken könnte man auch als stummes Sprechen in einer inneren, allen Menschen gemeinsamen Sprache bezeichnen, die der Sprachforscher Steven Pinker mentalese (etwa: "Denkisch" oder "Mentalisch") genannt hat. Umgekehrt wäre Sprache dann vokalisiertes Denken.
Das Denken und der Denkraum, also die Gesamtheit der Denkmöglichkeiten eines Individuums, hängen von dessen Persönlichkeit und der Intelligenz ab. Man kann zwischen begrifflichem, konkretem und abstraktem Denken unterscheiden. Bei beiden entscheiden die inhaltsunabhängigen Denkformen, die quasi die "Grammatik" des "Mentalischen" bilden, über den Erfolg des Gedankens.

Entwicklung von kausalem Denken und Logik

Denken hat teilweise mit Wissen und mit Erfahrung zu tun. In der Entwicklungs-Psychologie wird unter anderem erforscht, wie Kinder lernen, kausale Zusammenhänge zu erkennen. Dieses "Kausalitätswissen" wächst oft durch gegenständlicheses Erleben und Denken - z.B. wenn ein Körper einen anderen anstößt.

Das gegenständlich-kausale Denken eines Kindes ist ab etwa 9 Monaten zu bemerken; ihm geht eine Phase der "Prä-Kausalität" voraus. Ähnlich scheint es mit den oben erwähnten assoziativen Denkvorgängen zu sein. Mit etwa 3 Jahren wird auch abstrakte Kausalität einsichtig, doch sind Fehldeutungen oft "resistent" (bleiben lange bestehen), was allerdings auch beim Erwachsenen vorkommt.

Wenn Kleinkinder lernen, z.B. einzelne Elemente oder Bausteine zu gruppieren, werden mit zunehmender Übung die Effekte logischer Operationen merkbar. Zunächst konzentrieren sie sich auf ein Merkmal, später auf wenige Merkmale. Die "Logische Multiplikation" - z.B. als kombiniertes Beachten von Form und Farbe - gelingt erst mit einigen Jahren, wird aber durch Zufallserlebnisse gefördert.

Verschiedene Versuche - unter anderem mit Behinderten - widersprechen den häufig geäußerten Annahme, dass Kinder alternative Denkweisen hätten. Wieviel des kindlichen Wissens "angeboren" ist, und ob ihre begriffliche Denkstruktur jener von Erwachsenen entspricht, wird derzeit intensiv untersucht.

Soziale Relevanz

Denken gehört vermutlich zu den Beschäftigungen des Menschen, die im Alltag stark vernachlässigt werden - vor allem das Nach-denken über Vergangenes und das Vor(aus)-denken unserer privaten, öffentlichen, ökonomischen etc. Handlungen unter bestimmten Bedingungen. Die Frage: "Was wäre passiert, wenn ..." kann durchaus reizvoll sein, ist aber sicher nicht so wichtig, wie gründliche Untersuchungen der Frage: "Was passiert, was wird geschehen, wenn wir - unter verschiedenen Voraussetzungen - das oder etwas anderes tun." Untersuchungen, Sätze, Texte, Zitate, die mit "Wenn ..." beginnen werden uns Menschen in Zukunft möglicherweise wesentlich mehr interessieren als die Handlungsanweisung, der Befehl, die Vorschrift: Tu das!

Zitate

Weiterführenden Informationen

Literatur

Siehe auch

Bewusstsein, Denken (Wortfeld), Gedanke, Denken und Problemlösen, Kognitionswissenschaft, Lernen , Glauben

Weblinks