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Das alte, klassische, deutsche Volkslied, das Hans Breuer hier beschreibt, hat seine Quellen im 12. Jahrhundert, in der Zeit der Minnesänger oder "Meistersinger". Parallel zu deren Kunstliedern entstanden volkstümliche Lieder und Moritaten, die ihre Bekannheit und Verbreitung den Bänkelsängern verdankten. Ab der Zeit der Reformation (spätes 15. Jahrhundert) wurden diese Lieder in Liedsammlungen, wie dem Lochamer Liederbuch (um 1460) und dem Glogauer Liederbuch, aufgeschrieben. Im 17. Jahrhundert verschwand das Interesse am Volkslied als Auswirkung der renaissancebedingten Trennung in gebildete Schicht und Volk sowie des Aufkommens mehrstimmiger, französischer und italienischer Liedformen (wie Villanellen, Chansons, Madrigale)
1778/79 veröffentlichte Johann Gottfried Herder (unter Mitwirkung von Johann Wolfgang von Goethe und Gotthold Ephraim Lessing) seine Sammlung in- und ausländischer Lieder und Dichtungen unter dem Titel "Volkslieder". Schon in dieser Sammlung wurde romantisierend kein Wert auf Autorenangaben gelegt, sodass die Lieder als "unverfälschte Äußerungen der Volksseele" angesehen wurden, obwohl viele Texte von Achim von Arnim, Clemens Brentano, Simon Dach, Wilhelm Müller und Ludwig Uhland stammten. 1808 veröffentlichten Arnim und Brentano die Textsammlung "Des Knaben Wunderhorn".
Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Volkslied-Repertoire durch Arbeiterlieder, Studentenlieder und patriotische Gesänge angereichert und im 20. Jahrhundert wurde das Volkslied Ausdrucksmittel der Jugendbewegung. Hans Breuer veröffentlichte den Zupfgeigenhansl, das "Liederbuch der Wandervögel".
Siehe auch: Gassenhauer, Volkstümlicher Schlager, alpenländisches Volkslied