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Diamant (von griechisch diaphainein: durchscheinen und adamantos: das Unbezwingbare) ist neben Graphit und Fulleren eine der drei Modifikationen des Kohlenstoffs und mit einer Mohshärte von 10 das härteste natürlich vorkommende Mineral. Nur das künstlich erzeugte Bornitrid ist noch härter. Diamant besitzt ein kubisches Kristallsystem und ist in reinem Zustand transparent, oft aber durch Verunreinigungen in den verschiedensten Farben gefärbt. Die Strichfarbe ist weiß.
Die Dichte betragt ca. 3,5 g/cm, die Masse individueller Diamanten wird traditionell in Karat angegeben, einer Einheit, die 0,2 g entspricht. [[bild:diamant_gitter.png|right|thumb|left|Kubisch flächenzentrierte Kristallstruktur (fcc) des Diamant. Jedes Kohlenstoffatom ist gleichwertig mit 4 Nachbaratomen kovalent gebunden, unten links in der Zeichnung hervorgehoben.]]
Im Diamant sind die Kohlenstoffatome
tetraedrisch gebunden, das bedeutet, jedes Atom hat vier symmetrisch ausgerichtete Bindungen zu
seinen nächsten Nachbarn. Die große Härte resultiert
aus der sehr hohen Bindungsenergie der vollständig in
sp3-Hybridisierung vorliegenden
chemischen Bindungen.
Diamant verbrennt in reinem Sauerstoff bei ca. 720 °C, in Luft bei über 800 °C zu Kohlendioxid.
Das Muttergestein des Diamant ist der Kimberlit. Innerhalb dieses Gesteins wandelt sich der Kohlenstoff in Tiefen von oft mehr als 150 km unter hohem Druck und bei Temperaturen von bis zu 3000 Grad Celsius zu Diamanten um. Diese kommen durch die so genannten Pipes an die Erdoberfläche. Von dort können sie durch natürliche Verwitterungsprozesse, bei denen sie aufgrund ihrer Härte intakt bleiben, abtransportiert werden und reichern sich dann meist in Sedimentgesteinen an, die heute eine der Hauptquellen des Minerals darstellen.
Abgebaut werden sie zudem in den Vulkanschloten erloschener Vulkane, die senkrecht nach unten abgebaut werden. Das Muttergestein wird dabei zermahlen, um die Diamanten zu gewinnen. Im Süden Afrikas liegen Diamanten auch am Grund der Wüste, so dass der Sand bis zum gewachsenen Fels abgetragen und gewaschen werden muss.
Die größten Diamantenvorkommen befinden sich in Afrika, insbesondere in Südafrika, Namibia, Botswana, der Demokratischen Republik Kongo und Sierra Leone, in Australien und in Russland.
Es wurden aber auf allen Kontinenten bis auf Europa und die Antarktis Diamanten gefunden. Die Weltproduktion liegt heute bei etwa zwanzig Tonnen pro Jahr.
Mikrodiamanten entstehen vor allem bei Meteoriteneinschlägen: Bei den dabei entstehenden hohen Temperaturen und Drücken wird irdischer Kohlenstoff
so stark komprimiert, dass sich kleine Diamantkristalle bilden, die sich aus der Explosionswolke ablagern und noch heute in der Umgebung von Meteoritenkratern nachgewiesen werden können.
Winzige Diamanten, wegen ihrer typischen Größe von nur einigen Nanometern oft Nanodiamanten genannt, kommen zudem in Form von präsolaren Mineralen in primitiven Meteoriten vor.
Seit 1955 ist es mit Hilfe des sogenannten Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahrens (HPHT - engl.: high-pressure high-temperature) möglich, künstliche Diamanten herzustellen. Bei diesem Verfahren wird Graphit in einer hydraulischen Presse bei Drücken von einigen Gigapascal und Temperaturen von über 1500°C zusammengepresst. Unter diesen Bedingungen ist Diamant die thermodynamisch stabilere Form von Kohlenstoff, so dass sich der Graphit zu Diamant umwandelt. Dieser Umwandlungsprozess kann unter Beigabe eines Katalysators beschleunigt werden.
Eine Alternativmöglichkeit zur Herstellung von künstlichem Diamant ist die Beschichtung von Substraten mit Hilfe der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD - engl.: chemical vapour deposition). Dabei wird in einer Vakuumkammer eine einige Mikrometer dicke Diamantschicht auf den Substraten (z.B. Hartmetallwerkzeuge) abgeschieden. Ausgangsstoff dabei ist ein Gasgemisch aus Methan und Wasserstoff. Die Aktivierung des Gases erfolgt thermisch oder mit Hilfe eines Plasmas.
Als weitere Entwicklung können mit Hilfe der Technik der Plasmabeschichtung nur wenige Mikrometer dünne Schichten aus so genanntem diamantartigen Kohlenstoff (DLC - engl.: diamond-like carbon) hergestellt werden. Diese Schichten vereinigen gleichzeitig die extreme Härte des Diamant und die sehr guten Gleitreibungseigenschaften von Graphit. In ihnen liegt, je nach Beschichtungsparametern, eine Mischung von sp2- und sp3-hybridisierten Kohlenstoffatomen vor.
Ein Diamant hat eine sehr hohe Lichtbrechung und daher einen starken Glanz, weshalb er als Edelstein verschliffen werden kann. Erst durch die Erfindung moderner Schliffe im 20. Jahrhundert, durch die das Feuer eines Diamanten erst richtig zur Geltung kommt, wurde aber sein wahrer Wert offenbar. Es beruht auf zahllosen inneren Lichtreflexionen, die durch den sorgfältigen Schliff der einzelnen Facetten hervorgerufen werden, welche in speziell gewählten Winkelverhältnissen zueinander stehen müssen. Nur ein Viertel aller Diamanten ist aber als Schmuckstein geeignet.
Eine höhere wirtschaftliche Bedeutung haben Diamanten heute durch ihre industrielle Verwendung in der Produktion von Schneid- und Schleifwerkzeugen, wobei man sich ihre große Härte zunutze macht. Dünne Schichten aus diamantartigem Kohlenstoff dienen in großtechnischem Maßstab als Verschleißschutz.
Während der Großteil der heutigen Diamanten mit modernen Mitteln von sehr wenigen international operierenden Konzernen wie der Firma De Beers abgebaut wird, kommt es durch den exorbitanten Preis, der für Diamanten gezahlt wird, vor allem in den unterentwickelten Regionen und Krisengebieten der Welt zu Grabungen unter erbärmlichen und zum Teil lebensgefährlichen Bedingungen. Selbst wenn einzelne der Arbeiter fündig werden, werden die Rohdiamanten zumeist billig an die lokalen Kriegsherren verkauft, so dass nur ein Bruchteil der Gewinne bei den eigentlichen Produzenten verbleibt.
Mit den Gewinnen aus dem Diamantenhandel werden auf dem afrikanischen Kontinent auch viele Bürgerkriege finanziert, so z. B. in der Demokratischen Republik Kongo. Auch aus diesem Grunde wird heute versucht, den Handel mit diesen "Blutdiamanten" zu unterbinden.
Der erste bekannte Diamantfund ist aus dem 4. Jahrtausend v. Chr in Indien überliefert. Bereits damals sagte man Diamanten magische Wirkungen nach, weshalb man sie auch als Talismane nutzte. Diamanten waren auch bei den alten Römern bekannt und geschätzt. Um 600 n. Chr wurde der erste Diamant auf der indonesischen Insel Borneo gemeldet. Obwohl Indien nun nicht mehr die einzige Quelle war, blieben die indonesischen Funde unbedeutend. Erst im 13. Jahrhundert entdeckte man, dass sich Diamanten bearbeiten lassen. In Indien wurde dies jedoch abgelehnt, da die Steine so angeblich ihre magischen Kräfte verloren. Der heutige typische Brillantschliff wurde erst um 1910 entwickelt.
Im 18. Jahrhundert fingen die indischen (und auch die indonesischen) Minen an, sich zu erschöpfen. Als ein Portugiese auf der Suche nach Gold in Brasilien war, entdeckte er den ersten Diamanten außerhalb Asiens. Dieser Fund verursachte in der Folge einen "Diamantenrausch". Den ersten Diamanten im Muttergestein Kimberlit fand man 1869 im südafrikanischen Kimberly. Ein Jahr später übernahm Südafrika die Rolle als Hauptlieferant, da auch Brasiliens Funde seltener wurden. 1926 entdeckte man Diamanten auch an der Atlantikküste, 1955 wurde schließlich der erste Diamant künstlich hergestellt. Den ersten Diamanten auf dem Meeresgrund fand man erst 1961. Heute ist Australien Hauptlieferant für Diamanten.
Weitere Erstfunde:
Fancy Diamonds (von englisch fancy: "schick", auch kurz Fancys genannt sind farbige Diamanten. Sie sind seltener und viel wertvoller als weiße Diamanten: von 100.000 Diamanten ist durchschnittlich nur einer ein Fancy-Diamant. Gelb- und Brauntöne, die mehr als 80 % aller farbigen Diamanten ausmachen, sind allerdings keine Fancys, sondern gehen auf Verunreinigungen zurück. Kanariengelb ist hingegen eine Fancy Farbe. Die erste größere Fancy-Quelle wurde 1867 in Südafrika gefunden. Heute ist die Argyle Mine in Australien die wichtigste Fundstätte für Fancy Diamanten.
Man unterscheidet sieben Fancy-Farben, neben denen noch viele weitere Zwischenfarben wie z. B. Gold, Grau oder Gelbgrün existieren. Für die Färbung ist je ein anderer Stoff verantwortlich:
In der folgenden Tabelle sind einige besonders berühmte Diamanten zusammen mit ihrem Fundgewicht sowie Fundort und -jahr aufgeführt:
{| border="0" bgcolor="#DDDDFF" cellspacing="2"
|----- align="center" valign="top"
! Name
! Rohgewicht
! Fundjahr
! Fundland
! width="30%" | Bemerkung
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Cullinan || 3106 Karat || 1905
| Südafrika || Wurde in 105 Steine aufgespaltet.
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Excelsior || 995,20 Karat || 1893
| Südafrika || Wurde in 22 Steine aufgespaltet.
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Star of Sierra Leone || 968,90 Karat
| 1972
| Sierra Leone || Wurde in 17 Steine aufgespaltet.
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Großmogul || 797,5 Karat || 1650
| Indien || Gilt seit 1739 als verschwunden.
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Koh-i-Noor || 186 Karat || ca. 3000 v. Chr.
| evt. Indien || ältesten bekannten Diamanten
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Florentiner || 137,27 Karat || unbekannt
| unbekannt || gelber Diamant
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Regent od. Pitt
| 136,75 Karat || um 1700 || Indien
| heute im Louvre
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| Hope || 112 Karat || unbekannt || unbekannt
| 1642 erstmals aufgetaucht. Soll Unglück bringen!
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Schah || 86 Karat || unbekannt || unbekannt
| mit Gravur seiner drei königlichen Besitzer (einer war Schah Janan, deshalb sein Name); heute im Kreml in Moskau
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| Sancy || 55 Karat || unbekannt || Indien ||
|----- align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF"
| Dresden Diamant || 41 Karat || um 1743
| Indien
| Grüne Farbe, heute im Grünen Gewölbe in Dresden
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Siehe auch: Liste von MineralenAufbau und chemisches Verhalten
Entstehung und Vorkommen
Künstlicher Diamant
Verwendung
Soziale Einflüsse
Geschichte
Fancy Diamonds
Große und berühmte Diamaten