|
|
Der Dichter in der Geschichte
Am Anfang steht der Dichtermythos des Sängers Orpheus, der mit seinem Gesang jedermann, sogar die Unterwelt bezwang.
Eine wichtige Rolle für die Entstehung und Entwicklung der Dichtkunst und Mythologie spielten prophetische Sänger wie Homer oder Arion.
Als erste historisch fassbare Dichtergestalt tritt Hesiod in Erscheinung. In der griechischen Antike finden sich Autoren in festen Staatsdiensten wie Solon, höfische Bedienstete wie Anakreon oder der poeta doctus Euripides.
Ähnlich in Rom der freigelassene Sklave Terenz, der Bauernsohn Vergil, wo auch mit dem wohlhabenden Maecenas das Mäzenatentum entstand.
Im Mittelalter überwog die Zahl der Mönche, die anonym geistliche Dichtung hervorbrachten. (Otfrid von Weißenburg).
Weiterhin traten die Skalden, die keltischen Barden, sowie der Spielmann in Erscheinung.
Mit dem 12. Jahrhundert beginnt die Zeit der Troubadoure (Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Walther von der Vogelweide). Die Vagantendichter blieben anonym. Gleichsam als Handwerk verstanden die Meistersänger ihren Stand.
Hofdichter waren bis ins 18. Jahrhundert bestallt.
Gotthold Ephraim Lessing wird als der erste freischaffende Dichter angesehen.
Im 19. Jahrhundert bezeichnet Goethe den Dichter als "Lehrer, Wahrsager, Freund der Götter und Menschen".
Im 20. Jahrhundert bildet sich das Bild vom Dichter als dem Intellektuellen heraus.
Siehe auch: Literatur, Künstler, Biographien