Die vier Phasen des kreativen Prozesses

Die vier Phasen des kreativen Prozesses

Das Modell der vier Phasen des Kreativen Prozesses geht zurück auf die introspektiven Beobachtungen des französischen Mathematiker Henri Poincaré. Er kennzeichnete bestimmte Elemente, die während seiner Gedankenarbeit fast immer in ähnlicher Weise auftauchten.

Table of contents
1 1) Phase der Vorbereitung (Preparation) Das Problem wird als solches erkannt.
2 2) Phase der Inkubation (Man glaubt nie eine Lösung zu finden und fühlt sich schlecht)
3 3) Phase der Illumation (Der Geistesblitz)
4 4) Phase der Verifikation (Man glaubt nie fertig zu werden und ist immer unzufrieden mit seiner Lösung)

1) Phase der Vorbereitung (Preparation) Das Problem wird als solches erkannt.

Die erste Phase ist die Einstimmung auf das Problem. Die Vorbereitungsphase hat einen stark entdeckenden Charakter und wird auch Phase der Exploration genannt. Hier findet das Entdecken und Sammeln von Informationen über das Problem statt und somit wird ein Wissen aufgebaut. Aus diesem angesammelten Rohmaterial werden später kreative Lösungsansätze entwickelt. Es ist von der Situation abhängig, auf welche Weise ein Individuum oder eine Gruppe zu kreativen Leistungen animiert werden kann. Die Literatur führt diesbezüglich hinreichend Beispiele an. So mögen das neue Positionieren des Schreibtisches, Auf-und-ab-gehen, autogenes Training, ein morgendlicher Dauerlauf oder ein tägliches trockenes Hautbürsten von den Extremitäten zum Herzen hin einen positiven Einfluss ausüben. Ein Augentraining zur Harmonisierung der Gehirnhälften oder Freudeübungen wie positive Eigenmotivation durch eine freundliche innere Stimme werden ebenso empfohlen, eine inspirierende Atmosphäre zu stimulieren.

2) Phase der Inkubation (Man glaubt nie eine Lösung zu finden und fühlt sich schlecht)

Aus medizinischer Sicht beschreibt der Begriff Inkubation die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch einer Krankheit. Im übertragenen Sinne dominiert während dieser Kreativitätsphase nicht das bewusste geistige Ringen um und mit Rohmaterial sondern ein Reifeprozess. Schlicksupp empfiehlt, der eigenen unbewussten Kreativität zu vertrauen: Die Inkubation ist die Phase, in der die während der ersten Phase angesammelten Informationen in das Unterbewusstsein absinken und dort schwebend weiterverarbeitet werden. Um diesen Prozess ungestört ablaufen zu lassen, entfernt sich der Kreative bewusst von dem Problem, verneint es und beschäftigt sich mit Themen, die scheinbar nichts mit dem Problem zu tun haben. Diese Abkehr kann einen Ausbruch aus gewohnten Denkmustern ermöglichen. Künstler berichten in dieser Phase beispielsweise von einer Rückwärtsbewegung vom Wort zum Bild, die schöpferische Impulse auslösen kann.

3) Phase der Illumation (Der Geistesblitz)

Als plötzliche „Erleuchtung“ oder auch „Heureka Erlebnis“ wird der kreative Einfall bewertet. Dabei handelt es sich um eine Einsichtsphase, die das Erlebnis des Richtigseins beschreibt. Bei einem Individuum kann plötzlich ein lang ersehnter Lösungsansatz aus dem Unterbewusstsein auftauchen. In einer Gruppe kann eine zufällige Wahrnehmung eines nebensächlichen Details oder das Verhalten einer anderen Person dieses Erlebnis auslösen.

4) Phase der Verifikation (Man glaubt nie fertig zu werden und ist immer unzufrieden mit seiner Lösung)

Die gefundenen Lösungsansätze bedeuten meist noch nicht die völlige Lösung eines Problems. In der vierten Phase, auch Gestaltungsphase oder Phase der Elaboration genannt, werden die Lösungsansätze systematisch ausgearbeitet und die gewonnenen Einsichten auf Machbarkeit überprüft. In vielen Projekten mündet diese Phase zuerst in der Präsentation einer Idee vor einem Entscheidungsgremium. Hier gibt Helmut Schlicksupp zu beachten, dass je embryonaler eine Idee ist, desto angreifbarer sie gegenüber Kritik und Zweifeln wird. Daher ist eine detaillierte Ausgestaltung der Idee wichtig, die über Funktionen, Nutzen und Wert genau Auskunft gibt.



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