Die Wacht am Rhein, 1840 von Max Schneckenburger gedichtet und 1854 von Karl Wilhelm vertont, hatte im Kaiserreich von 1871 neben dem Lied Heil dir im Siegerkranz beim Volk den Status einer Nationalhymne der Deutschen. Thematisch richtet sich das Lied gegen Expansionsbestrebungen des Nachbarlandes Frankreichs, das mehrfach den Rhein als Ostgrenze gefordert hatte, und ruft die Deutschen dazu auf, die Grenze zu sichern.
Text
- Es braust ein Ruf wie Donnerhall
- wie Schwertgeklirr und Wogenprall
- zum Rhein, zum Rhein zum deutschen Rhein
- Wer will des Stromes Hüter sein?
- Refrain:
- Lieb Vaterland magst ruhig sein;
- fest steht und treu die Wacht
- die Wacht am Rhein!
- Durch Hunderttausend zuckt es schnell,
- und aller Augen blitzen hell;
- der Deutsche bieder, fromm und stark,
- beschützt die heil'ge Landesmark.
- Refrain
- Er blickt hinauf in Himmels Au'n
- da Heldenväter niederschau'n
- und schwört mit stolzer Kampfeslust
- du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!
- Refrain
- Solang ein Tropfen Glut noch glüht,
- noch eine Faust den Degen zieht,
- und noch ein Arm die Büchse spannt,
- betritt kein Feind hier deinen Strand!
- Refrain
- Und ob mein Herz im Tode bricht,
- wirst du noch drum ein Welscher nicht.
- Reich, wie an Wasser deine Flut
- ist Deutschland ja an Heldenblut!
- Refrain
- Der Schwur erschallt, die Woge rinnt
- die Fahnen flattern hoch im Wind
- am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein,
- wir alle wollen Hüter sein.
- Refrain
- So führe uns, du bist bewährt;
- In Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert,
- Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!
- Und tilg' die Schmach mit Feindesblut!
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