Dissoziation
Der Vorgang der Dissoziation (lat. dissocio, trennen, scheiden) beschreibt verschiedene Vorgänge.
- In der Chemie:
- Die elektrolytische Dissoziation ist der Zerfall von Säuren, Basen oder Salzen in Wasser oder anderen Lösungsmitteln in Anionen und Kationen.
- Bei der thermischen Dissoziation zerfallen die Molküle auf Grund der thermischen Eigenbewegung (Schwingungen, Rotationen etc.) in Bruchstücke. Tritt bei Makromolekülen schon bei relativ niedrigen Temperaturen noch vor Erreichen der Kochpunkt-Temperatur ein.
- Eigendissoziation
- Als Maß für die Dissoziation wird der Dissoziationsgrad oder die Dissoziationskonstante verwendet. Der Dissoziationsgrad gibt den Anteil der ursprünglichen Teilchen an, der dissoziiert ist.
- In der Physik wird damit die thermische Spaltung von Molekülen durch Wärmezufuhr bezeichnet. Bei der photochemischen Dissoziation geschieht die Spaltung durch Licht. In jedem Fall ist eine Energiezufuhr vonnöten, um die Dissoziationsenergie aufzubringen.
- In der Psychologie wird zwischen therapeutischer und pathologischer Dissoziaton unterschieden.
- In der Psychotherapie steht der Begriff für eine bewusst vorgenommene Veränderung der Wahrnehmung, weg vom vollständig identifizierten Erleben zu einer "Meta-Position", aus der heraus sich der Mensch quasi "von außen" betrachtet um seine Gefühle oder mentalen Vorgänge wertfrei zu erkennen (beispielsweise so, als ob man eine Situation, bei der man beteiligt ist, in einem Kinofilm betrachten würde). In der Gesprächstherapie, der Neurolinguistischen Programmierung und der Systemischen Familientherapie ist die Dissoziation ein wichtiges Element der therapeutischen Arbeit.
- Die krankhafte Dissoziation ist eine nicht-willentliche Abspaltung des Erlebens vom Ich. Als häufige Reaktion auf Traumata kann sich eine solche Dissoziation vom Bereich einer posttraumatischen Belastungsstörung bis hin zur Dissoziativen Identitätsstörung äußern. Letztere wird auch Multiple Persönlichkeit genannt. dissoziation.de)
Chemie: In Ionen oder kleinere Moleküle zerfallen. Man unterscheidet zwischen elektrolytischer und thermischer Dissoziation. a) elektrolytische D.: Beim Auflösen in polaren Flüssigkeiten kann das Gelöste in Form von Ionen vorliegen. Solche Lösungen nennt man Elektrolyte. Bei den echten Elektrolyten sind die Ionen bereits im Festkörper in einem Ionengitter vorhanden. (Beispiel Kochsalz: Gitter aus Na+ und Cl-). Bei den potentiellen Elektrolyten erfolgt Ionenbildung durch eine chemische Reaktion zwischen Gelöstem und Lösungsmittel (Beispiel: Salzsäure, Lösung von Chlorwasserstoff HCl in Wasser H20: H2O + HCl --> H30+ + Cl-). b) thermische Dissoziation: Durch Wärmezufuhr können manche Moleküle in kleinere gespalten werden. Ein instruktives Beispiel ist Distickstofftetroxid, das bei -10°C in Form von farblosen Kristallen vorliegt. Beim Erwärmen dissoziert das Molekül in das intensiv braunrot gefärbte Stickstoffdioxid: N2O4 --> 2 NO2. Diese Reaktion ist reversibel, beim Abkühlen entfärbt sich die Probe wegen der Rekombination zum Distickstofftetroxid wieder. Die thermische D. verläuft viel langsamer als die elektrolytische.
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