Dissoziation

Der Vorgang der Dissoziation (lat. dissocio, trennen, scheiden) beschreibt verschiedene Vorgänge.


Chemie: In Ionen oder kleinere Moleküle zerfallen. Man unterscheidet zwischen elektrolytischer und thermischer Dissoziation. a) elektrolytische D.: Beim Auflösen in polaren Flüssigkeiten kann das Gelöste in Form von Ionen vorliegen. Solche Lösungen nennt man Elektrolyte. Bei den echten Elektrolyten sind die Ionen bereits im Festkörper in einem Ionengitter vorhanden. (Beispiel Kochsalz: Gitter aus Na+ und Cl-). Bei den potentiellen Elektrolyten erfolgt Ionenbildung durch eine chemische Reaktion zwischen Gelöstem und Lösungsmittel (Beispiel: Salzsäure, Lösung von Chlorwasserstoff HCl in Wasser H20: H2O + HCl --> H30+ + Cl-). b) thermische Dissoziation: Durch Wärmezufuhr können manche Moleküle in kleinere gespalten werden. Ein instruktives Beispiel ist Distickstofftetroxid, das bei -10°C in Form von farblosen Kristallen vorliegt. Beim Erwärmen dissoziert das Molekül in das intensiv braunrot gefärbte Stickstoffdioxid: N2O4 --> 2 NO2. Diese Reaktion ist reversibel, beim Abkühlen entfärbt sich die Probe wegen der Rekombination zum Distickstofftetroxid wieder. Die thermische D. verläuft viel langsamer als die elektrolytische.




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