Doris Lessing

Doris Lessing (* 22. Oktober 1919), britische Schriftstellerin, geboren unter dem Namen Doris May Taylor in Persien (Iran).

Table of contents
1 Leben
2 Literarischer Stil
3 Bibliographie
4 Weblinks

Leben

Im Jahr 1925 zog die Familie in die britische Kolonie Südrhodesien (heute Simbabwe), wo sie ein hartes Leben auf dem Land führte. Das riesige Stück Land brachte leider keinen Reichtum, so dass ihre Mutter den Traum, ein viktorianisches Dasein "unter den Wilden" zu führen, aufgeben musste.

Trotz dieser schwierigen und unglücklichen Kindheit sind die Texte der Autorin über das Leben in den britischen Kolonien Afrikas voller Mitgefühl mit dem inhaltsleeren Dasein der britischen Siedler wie auch der trostlosen Lage der einheimischen Bevölkerung.

Im Jahre 1939 heiratete sie Frank Charles Wisdom, mit dem sie zwei Kinder (einen Sohn und eine Tochter) hatte. Die Ehe wurde 1943 geschieden, die Kinder blieben beim Vater. In zweiter Ehe heiratete sie 1945 Gottfried Lessing, mit dem sie einen weiteren Sohn hatte (Peter), der nach der Scheidung 1949 bei ihr blieb.

Ihr erster Roman, betitelt The Grass is Singing (Afrikanische Tragödie), erschien im Jahr 1949 in London nach ihrer Übersiedlung aus Rhodesien.

Literarischer Stil

Lessings literarisches Schaffen wird derzeit in drei Perioden eingeteilt: das kommunistische Thema 1944-1956, als sie radikale Gedanken über soziale Fragen verarbeitete, das psychologische Thema 1956-1969 und danach das Sufismus-Thema, das ausführlich in der Romanfolge Canopus in Argus bearbeitet wurde (siehe unten). Nach dem Sufi-Thema beschäftigte sich Doris Lessing mit allen drei Themengebieten.

Ihr Roman The Golden Notebook (Das goldene Notizbuch) gilt unter den Literaturwissenschaftlern als Klassiker des Feminismus, doch sieht die Autorin das bemerkenswerterweise anders. Das Werk soll sie sogar zur Anwärterin auf einen Literatur-Nobelpreis gemacht haben. Sie ist aber nicht damit einverstanden, als feministische Autorin gesehen zu werden. Als man sie dazu für ein New-York-Times-Interview 1982 befragte, antwortete sie:

Die Feministinnen verlangen von mir einen religiösen Akt, den sie nicht genauer untersucht haben. Sie wollen, dass ich Zeugnis ablege. Am liebsten möchten sie, dass ich sage: "Ich stehe auf eurer Seite, Schwestern, in euerm Kampf für den goldenen Tag, an dem all die brutalen Männer verschwunden sind." Wollen sie wirklich, dass man allzu vereinfachende Aussagen über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen macht? Genau das wollen sie. Mit großen Bedauern bin ich zu diesem Schluss gelangt.

Auf die Frage, welches ihrer Werke sie als das wichtigste ansehe, nannte Lessing die Romane des Zyklus Canopus in Argus. Diese Bücher gründen sich zum Teil auf die Weltsicht der Sufis bzw. des Sufismus, zu der Lessing auf Vermittlung von Idries Shah gelangte. Auch schon frühere Werke zeigen einen Anklang an dieses Thema, z. B. Briefing for a Descent into Hell und Memoirs of a Survivor.

Verschiedene Kritiker vergleichen Doris Lessing mit Virginia Woolf und nennen sie beide die großen Frauen der englischen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Bibliographie

Weblinks





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