Elektronische Distanzmessung ist die Ermittlung von Entfernungen mittels Laufzeit- oder Phasenmessung eines Signals oder elektromagnetischer Wellen.
Der Entfernungsbereich geht von
- einigen Metern (Handlaser, elektronisches Maßband) für Bauwesen, Maschinenbau usw.
- über Zehnermeter bis 500 m in der Geodäsie
- und einige Kilometer (Radar, Navigation, Landesvermessung)
- bis Tausende km (Satellitengeodäsie, Astronomie).
Verwendet werden hauptsächlich elektromagnetische Wellen von Infrarot bis zu Meterwellen im Radiobereich:
- Elektro-optische Distanzmessung mit Infrarot- und Lichtwellen, vor allem mit Laserstrahlen,
- Radiowellen bis 1 m, vor allem in den Radarbändern von 3-20 cm,
- jedoch auch Schall oder Ultraschall, z.B. beim Echolot.
Ab Distanzen von einigen Zehnermetern sind meist Reflektoren nötig, um ein ausreichend starkes Meßsignal zu erhalten. Die aktive Beantwortung von Radiowellen erfolgt mit Transpondern.
Beim Impulsverfahren wird die Laufzeit t des Signals gemessen. Die Geräte bestehen aus Sender, Empfänger (mit Verstärker) und Zeitmesser (Intervallzähler).
Die Distanz folgt aus D = c.t/2 , wobei die Ausbreitungsgeschwindigkeit c vom Brechungsindex des Mediums abhängt (für Licht in Bodennähe etwa 1,0003).
Das Phasenverfahren vergleicht statt dessen die Phasenlage der ausgesandten und der zurücklaufenden Wellen. Ist D größer als deren Wellenlänge, wird das Ergebnis mehrdeutig und z.B. durch mehrere Sendefrequenzen gelöst.
Die Genauigkeit der EDM kann auch über größere Distanzen mm bis cm erreichen, wenn die Geräte kalibriert und die Ausbreitungsbedingungen der Signale gut erfassbar sind.