|
|
\Eduard IV. (* 28. April 1442 in Rouen, † 9. April 1483) war der zweite Sohn des Herzogs Richard von York, Graf von March und dessen Gemahlin Cäcilie Neville.
Er wurde nach dem Fall seines Vaters bei Wakesield (1460) an Stelle Heinrichs VI zum König ausgerufen und befestigte seine Krone durch den Sieg bei Towton (1461), wodurch die Regierung vom Haus Lancafter (rote Rose) an das Haus York (weiße Rose) kam, aber auch ein langer, blutiger Bürgerkrieg, dem so genannten Rosenkrieg zwischen beiden Häusern hervorgerufen ward.
Durch seine Heirat am 1. Mai 1464 mit Elisabeth Wydeville und die Begünstigung ihrer Verwandten rief er eine Empörung des mächtigen Grafen von Warwick hervor, dem sich nebst andern Großen der jüngere Bruder des Königs, Georg von Clarence (* 21. Oktober 1449 - † 18. Februar 1478), anschloß. Eduard IV. mußte im November 1470 in Holland Zuflucht suchen, und Heinrich VI. wurde durch Parlamentsbeschluß aus dem Tower wieder auf den Thron erhoben. Schon im März 1471 kehrte indes Eduard IV., von seinem Schwager, Karl dem Kühnen von Burgund, unterstützt, nach England zurück, sammelte ein Heer, versöhnte sich mit seinem Bruder und schlug Warwick am 14. April entscheidend bei Barnet; Heinrich VI. wurde wieder gefangen genommen. Auch ein französisches Hilfssheer, mit welchem Margareta, die Gemahlin Heinrichs VI., und deren Sohn, Prinz Eduard, in England erschienen, wurde 4. Mai 1471 bei Tewkesbury geschlagen und Margareta mit ihrem Sohn gefangen. Letzterer wurde niedergehauen und Heinrich VI. 22. Mai 1471 im Tower ermordet. Die Häupter vieler englischer Großen fielen auf dem Schafott.
Nachdem sich Eduard IV. so den Thron gesichert hatte, verband er sich mit dem Herzog von Burgund gegen Frankreich und landete 1475 bei Calais, bewilligte aber Ludwig XI den Frieden und die Auslieferung Margaretas gegen 75,000 Kronen und reichliche Jahrgelder für sich und seine Räte. Mit Clarence entzweite der König sich später abermals und ließ ihn 1478 im Tower ermorden.
Im Innern stützte Eduard IV. sich auf Ritterschaft und Städte und schritt energisch gegen die geistlichen und weltlichen Lords ein. Eine kluge Finanzwirtschaft und strenge Beitreibung der Steuern und Zölle machten ihn zu einem der reichsten Fürsten seiner Zeit; durch Verträge mit der Hanse und den Niederländern suchte er Sicherheit der Schiffahrt herzustellen. Er hatte aus seiner Ehe mit Elisabeth sieben Töchter und drei Söhne :
Quelle
Meyers Konversationslexikon, 1889
Heinrich VI
| width="40%" align="center" |
England (Liste der Herrscher)
| width="30%" align="center" |
Nachfolger:
Eduard V
|}