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Bis zur Wiedervereinigung und dem Abschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrages hielt die Bundesrepublik Deutschland offiziell den Anspruch auf das Territorium aufrecht. Die DDR hatte bereits in den 50er Jahren mit der Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages mit Polen auf die Ostgebiete verzichtet.
Zu den Ostgebieten gehörten die jenseits von Oder und Neiße gelegenen Teile der preußischen Provinzen Pommern, Brandenburg und (Nieder- und Ober-)Schlesien sowie Ostpreußen mit einer Fläche von insgesamt 114.296 km² und einer Bevölkerungszahl von (1939) 9,6 Mio. Einwohnern. Wichtige Städte waren unter anderem Breslau (1925: 614.000 Einwohner), Königsberg (294.000), Stettin (270.000), Hindenburg (132.000) und Gleiwitz (109.000).
Stettin und Umgebung wurden ebenfalls vom Deutschen Reich abgetrennt, obwohl die Stadt links der Oder liegt und ursprünglich bei Deutschland verbleiben sollte. Mehr dazu im Artikel der Stadt.
In den Ostgebieten leben heute noch etwa zwei Millionen Deutsche. Sie waren über Jahrzehnte hinweg diskriminiert. So wurde zeitweise bereits eine Unterhaltung in deutscher Sprache im Familienkreis unter Strafe gestellt. Obwohl die Diskrimierung heute offiziell abgebaut ist und auch einige deutsche Schulen (meist mit deutscher Finanzierung) errichtet wurden, bildet die deutsche Minderheit in Polen immer noch eine kulturell und materiell benachteiligte Bevölkerungsschicht.
Seit dem endgültigen offiziellen Verzicht auf die Ostgebiete 1990 ist der Begriff "deutsche Ostgebiete" heutzutage kaum noch gebräuchlich.