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Nach Norden und Osten hin läuft der Berg in eine Hochebene aus, deshalb mußten hier die stärksten Befestigungen angelegt werden, die durchgehend in neupreußischer Manier im Stil des Klassizismus gebaut wurden. Hauptmerkmale sind hier zwei bis zu 18 m tiefe und 25 m breite Gräben sowie Wälle mit ebenso beindruckenden Dimensionen.
Betritt man von dieser Seite die Festung durch das Feldtor, so liegt zunächst auf der linken Seite der Turm Ungenannt. Er hat diesen merkwürdigen Namen der Tatsache wegen, dass sein Grundstein von den Angehörigen des preussischen und des russischen Herrscherhauses gelegt wurde und niemand sich benachteiligt fühlen durfte. Das Gebäude ist drei Stockwerke hoch und beherscht die Hochfläche sowie das Tal von Ehrenbreitstein. Dem Turm folgt die Lange Linie, die parallel zum Weg verläuft. Als Besucher läuft man dann genau auf das Grabentor zu, das einen Durchlass in den Hauptgraben zuläßt. Man befindet sich dann vor dem etwa 20 m hohen Ravelin oder Mittelsaillant, der von Contregarde Links und Contregarde Rechts flankiert wird. Durch eine etwa 50 m lange Poterne geht man in den Retirierten Graben, der von der 25 m hohen Kurtine sowie der Rheinbastion und der Landbastion abgeschlossen wird. Nach dem Passieren eines weiteren Tores steht man schließlich auf dem Oberen Schloßhof. Von dort hat man einen großartigen Blick auf Rhein und Mosel.
Nach Westen befinden sich Bastion Fuchs, die Hohe Ostfront, die Große Traverse, die Niedere Ostfront, die Südtraverse, der Südliche Abschnitt, der Helfenstein, der Wetterturm und weitere Festungsanlagen. In ihrer gesamten Ausdehnung erschließen sie sich, wenn man den Schlosshof durch das Felsentor verlässt und den Felsenweg hinunter nach Koblenz-Ehrenbreitstein läuft.
Die Festung stand bis 1890 im aktiven Dienst und wurde ab diesem Zeitpunkt als Festung minderer Wichtigkeit geführt. In diesem Zustand überstand sie auch den ersten Weltkrieg. Im Jahre 1919 sollte sie wie ihr Vorgängerbau wegen der Bestimmungen des Vertrags von Versailles geschleift werden. Dazu kam es aber nicht, weil man die damaligen Besatzer vom kulturellen Wert der Festung überzeugen konnte. Im zweiten Weltkrieg richtete man in den massiven Mauern Anlagen des Luftschutzes ein.
Nach dem zweiten Weltkrieg existierten in den sechziger Jahren Pläne zur Nutzung der Baulichkeiten für die Lagerung von Atommüll. Auf Grund massiver Bürgerproteste sah man aber davon ab.
Der Ehrenbreitstein dient heute verschiedenen Institutionen. Das Landesmuseum von Rheinland-Pfalz nutzt die Hohe Ostfront als Ausstellungsbereich, während in der Niederen Ostfront sowie der Südtraverse eine Jugendherberge untergebracht ist. Wegen des massiven Mauerwerkes ist das Klima weitestgehend konstant, deshalb lagert dort das Bundesarchiv umfangreiche Magazinbestände.
Siehe auch: Fachbegriffe Festungsbau