Eisbergtheorie

Die Eisbergtheorie ist eine Theorie Sigmund Freuds. Nach Freud gleicht die menschliche Bewusstseinsbildung einem Eisberg, dessen direkt wahrnehmbare Bereiche nur 10 - 20 % ausmachen. 80 - 90 % liegen unter Wasser, so wie die verborgenen menschlichen Bewusstseinsbereiche der Gefühle und Triebe.

Das "bewusste Ich", mit dem wir uns verstandesmäßig befassen, transportiert demnach die Daten, oberflächlichen Sachverhalte und vordergründigen Argumente, welche aber tatsächlich auf emotionalen (Ur-) Erfahrungen und Erwartungen basieren. Angst, Vertrauen, Sympathie und Antipathie sowie der Fortpflanzungstrieb stellen nach Freud die Grundlage menschlichen Handelns dar.

Dabei unterscheidet er das Bewusste (sichtbar) vom Unbewussten (verdeckt). Das "Es" bildet demnach das triebhafte Element der Psyche, dass weder Negation, noch Zeit oder Widerspruch kennt. Die verdrängenden Vorstellungen werden von Freud dem "Über-Ich" zugeschrieben, welches die Gedanken, Gefühle und Handlungen des Ichs beurteilt. Das "Ich" und das "Über-Ich" entsteht demnach aus dem "Es".

In der grafischen Darstellung lässt sich die Eisbergmetapher hervorragend mit dem „4-Ohren Modell” des Friedemann Schulz von Thun verbinden. Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun ist gegenwärtig (Stand 08/2003) Professor am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg für Beratung und Training und dem eigenen Schwerpunkt Psychologie der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Seine Darstellung der Mehrschichtigkeit menschlicher Botschaften basiert auf der Erkenntnis, dass jeder Aussage verschiedene Ebenen innewohnen. Diese Ebenen bilden unterschiedlich „tiefe” Bezugsräume zur „Wasseroberfläche” der Botschaft (um im Bild zu bleiben) und können bis in den Bereich der Transaktionsanalyse und der Selbstoffenbarung qualifiziert werden.

In der Grafik sind auf der rechten Seite Erkenntnisse von Dr. Sigmund Freud visualisiert und auf der linken Seite die von Prof. Dr. Schulz von Thun. Im Detail bedeuten die links aufgeführten "4 Ohren:

Die „Wasseroberfläche”, als Schwelle zwischen Bewusstem und Unbewusstem, verhindert den direkten Blick in den emotionalen Bereich. Sie bildet nach Freud eine Art Zensur und kann entweder durch analytische Verfahren (Entspannung, Trance, Hypnose) oder, mit heutigen Verfahren, durch Nondirektive Gesprächsführung oder NLP erarbeitet werden.

Literatur

Freuds Leben und Werk ist dargestellt in:

Wertvoll für die Entstehungsgeschichte der Psychoanalyse ist der umfangreiche Briefwechsel Freuds:

Weblinks