|
|
kurz EBM, seltener Aggrepo (Aggressive Popmusik), war ein ca. 1982 entstandener Musikstil, der sich durch repetive, ostinate Synthesizerläufe, vorwiegend tanzbetonte Rhythmik, sowie parolen-artige Shouts (Rufgesang) auszeichnete. Er war ein Ableger des Industrial und gilt als einer der Vorläufer des modernen Techno.
In Belgien von Gruppen wie Front 242 begründet, übten jedoch DAF aus Deutschland den wohl größten Einfluss auf die Entstehungsgeschichte aus. Deren Motto “Wir sind jung, wir sind stark“/ “Körper, Muskeln, Schweiß“ wurde von Bands wie Nitzer Ebb oder den Krupps kurzerhand aufgegriffen und blieb bis Anfang der 90er innerhalb der EBM erhalten. Dank moderner Sequenzer und Sampler wurde dieser Stil schnell zur Spielwiese vieler anderer Musikrichtungen.
Eine zweite EBM-Welle fand ab Ende der 80er mit Projekten aus Deutschland (Bigod 20, Armageddon Dildos, Orange Sector, Paranoid), Skandinavien (Scapa Flow, Pouppée Fabrikk) und Japan (2nd Communication, DRP) den Weg in die Clubs.
Acts wie Front Line Assembly, Skinny Puppy oder Numb zählten sich nicht zur Electronic Body Music, da dieser Begriff weder in Kanada noch den USA geläufig war. Für die Musik dieser Projekte wurde nach wie vor die Bezeichnung Industrial verwendet.
Ca. 1994 fast zeitgleich mit Electro Wave das Feld geräumt und für neuere Stilarten wie Dark Electro (yelworC, Ice Ages), Hardcore Electro (Leæther Strip, Wumpscut) oder Electro-Industrial (Dive, Suicide Commando...) den Pfad geebnet.
Weitere Vertreter waren u.a. Vomito Negro, Force Dimension, Typis Belgis, Insekt oder Electro Assassin.
Eine feste Szene existierte nicht, jedoch war die Hörerschaft vorwiegend durch ihr militant geprägtes Auftreten (Tarn- und Lederhosen, Muskelshirts, Leder- und Bomberjacken, Schnürstiefel und “Crew-Cut“-Haarschnitt, der später u.a. von Techno-Freaks übernommen wurde) auszumachen, was unglücklicherweise auch oft zu Verwechslungen mit Anhängern aus der Punk- bzw. Fascho-Szene führte.