Elwetritsch

Die Elwetritsch (auch Elwedritsch, Ilwedritsch u. ä., Plural Elwetritsche oder Elwetritschen) ist ein vogelähnliches Fabelwesen, von dem vor allem in der Pfalz berichtet wird. Sein Verbreitungsraum erstreckt sich aber im Osten über die Rheinebene hinweg bis in den Odenwald.

Aktuelle Recherchen (Stand 22.09.2003) zur Gebräuchlichkeit der Schreibweisen via diverser Suchmaschinen belegen in der Tat, dass die hier gewählte Schreibform am weitesten verbreitet ist, jedenfalls international. In der Pfalz halten sich Elwetritsch und Elwedritsch in etwa die Waage, Elbe-, Elfe-, Ilbe- und Ilwe- fallen dagegen insgesamt stark ab.

Elwetritsche ähneln Hühnern, allerdings sind ihre Flügel nicht zu gebrauchen, weshalb sie überwiegend im Unterholz leben. Der Legende nach sind sie eine Kreuzung von Hühnernn, Enten und Gänsen, die sich mit den im Wald lebenden Fabelwesen (Kobolde, Elfen) vermischten. Manchmal werden Elwetritsche mit einem Hirschgeweih abgebildet. Der Schnabel der Elwetritsche wird als sehr lang dargestellt.

In einigen Pfälzer Gemeinden können Besucher an einer Elwetritschenjagd teilnehmen. Dies ist eine hohe Kunst, da Elwetritsche sehr scheu sind. Zur Jagd benötigt man einen Sack, eine Öllampe und einen Knüppel. Jagdzeit sind dunkle Neumondnächte. Durch lautes "Tritsch, tritsch"-Rufen und durch das Schlagen von Stöcken gegen Bäume sollen die Elwetritschen angelockt werden. Nach der Jagd gibt es den obligatorischen Festschmaus und dazu passende Getränke, üblicherweise Wein.

"Hauptstadt" der Elwetritsche ist Neustadt an der Weinstraße, wo auch der Elwetritsche-Brunnen steht. Andere Quellen dagegen nennen Dahn in der Südpfalz oder Erfweiler und andere Gemeinden als heimliche Hauptstädte der Fabelwesen.

Historisch und fabel-"naturwissenschaftlich" scheinen die "verwandtschaftlichen" Beziehungen zum bayerischen Wolpertinger (Hirschgeweih, Säugetier-Bezug) zu sein. In Frage zu stellen ist daher auch die ganz überwiegende Definition und biologische Klassifizierung der Tritschen - ob Elwe-, Ilwe- oder sonstige - allein als Vögel oder vogelartige Fabelwesen.

So versucht derzeit ein pfälzisches Forscherteam unter Leitung des Neustadter Agrarbiologen Dr. Stephan Dreyer (und dieses Zitat ist von ihm autorisiert) in Zusammenarbeit mit noch nicht ganz namhaften "Tritschologen" die Existenz von Elwetritschen auch in anderen Wirbeltiergruppen zu belegen. Zur Weiterpflege und Modernisierung dieser Fabelwesen-Geschichten werden gar Fisch-, Lurch-, Kriechtier- und Säugetiertritschen diskutiert!

Siehe auch: Steinlaus

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