Enigma



Enigma Dechiffriermaschine

Die Enigma war eine elektro-mechanische Verschlüsselungsmaschine, die im zweiten Weltkrieg im Funkverkehr des deutschen Militärs verwendet wurde. Das Wort Enigma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Rätsel.

Die Enigma bestand aus einer Schreibmaschinentastatur und mehreren Walzen. Diese Walzen hatten elektrische Kontakte. Wurde eine Taste gedrückt, so floss Strom von der Taste durch die Walzen bis zu einer Anzeige, wo ein Buchstabe aufleuchtet. Die angezeigten Buchstaben bildeten den ver- bzw. entschlüsselten Text. Da sich bei jedem Tastendruck die Walzen weiterdrehten, wurde der gleiche Buchstabe immer wieder anders verschlüsselt.

Noch heute wird eine Software-Variante dieser Maschine in einigen UNIX-Systemen verwendet (crypt).

Eine Gruppe polnischer Mathematiker um Marian Rejewski erzielte schon vor dem zweiten Weltkrieg große Erfolge bei der Entschlüsselung von Texten, die mit der Enigma chiffriert waren. Die vor 1939 gebauten Versionen waren etwas einfacher konzipiert.

Die Tatsache, dass die Deutschen einen sog. Nachrichtenschlüssel, eine Gruppe von 3 Buchstaben, zu Beginn einer Nachricht zur Sicherheit immer zweimal sendeten, machte sich Rejewski zu Nutze, um den Suchraum des Codierungsschlüssels drastisch einzuschränken. Er entwickelte zudem einen Katalog mit "Fingerabdrücken" bestimmter Walzenkombinationen und -einstellungen.

Mit Hilfe elektromechanischer Rechenmaschinen, sog. Bomben, konnten innerhalb von Stunden der Tagesschlüssel ermittelt werden, der zum Verschlüsseln von Nachrichten diente und von den Deutschen täglich um 0 Uhr gewechselt wurde. 1939 verbesserten die Deutschen die Handhabung der Enigma. Es wurden fünf statt drei Walzen verwendet und mit Hilfe eines Steckbretts 10 statt bisher 4 Buchstabenpaare vertauscht. Der dadurch weiter angewachsene Schlüsselraum konnte nur durch den Bau von 60 weiteren Bomben bewältigt werden.

Zwei Wochen vor dem deutschen Überfall auf Polen konnte das Wissen um die kryptographischen Schwachstellen, ein Konstruktionsplan der Bomben und zwei Kopien der Enigma nach Frankreich und England gerettet werden. Die Erkenntnisse des Biuro Szyfrów wurden von den Alliierten, vor allem in England, weiter genutzt und verbessert.

Die Arbeit der britischen Kryptoanalysten fanden in Bletchley Park unter den Codenamen Ultra statt. Sie setzten die Arbeit an der Stelle fort, wo Rejewskis aufhören musste und erreichten u.a. das Dechiffrieren des 1939 verbesserten Enigma-Version. Sie machten sich dafür v.a. Nachlässigkeiten der deutschen Chiffrierer zu Nutze: wiederkehrende oder schecht gewählte Nachrichtenschlüssel, schematische Nachrichtenaufbau (z.B. Wettermeldungen oder Positionsangaben), etc. Insgesamt arbeiteten etwa 7000 Frauen und Männer in Bletchley.

Einer der Wissenschaftler in war der britische Mathematiker Alan Turing, dessen Arbeiten für die Informatik auch heute noch wegweisend sind. Gegen Ende des Krieges waren die Alliierten in der Lage, große Teile des deutschen Funkverkehrs zu entschlüsseln.

Allgemein wird die Kompromittierung des Enigma-Codes als einer der strategischen Vorteile angesehen, die maßgeblich zum Gewinn des Krieges durch die Alliierten geführt hat.

Nach dem Krieg wurden erbeutete Enigma-Geräte von den Siegermächten, v.a. von England und den USA, in den Nahen Osten und nach Afrika verkauft.

Weblinks


Siehe auch: WikiProjekt Kryptologie




Websites: Tagoror | Guajara | Tacoronte Guia | Todo Gomera | Deranet | Radioaficionados | Cinebso | Mi Buscador

Enciclopedia On Line: GNU FDL.