Entscheidungstheorie

Die Entscheidungstheorie ist ein Zweig der angewandten Wahrscheinlichkeitstheorie, der Konsequenzen von Entscheidungen evaluiert. Die Entscheidungstheorie wird vielfach als betriebswirtschaftliches Instrument benutzt.

Ein entscheidungstheoretisches Problem sieht in seiner Grundform wie folgt aus: Aus einer endlichen Menge von zur Verfügung stehenden Entscheidungen muss genau eine gewählt werden. Die Konsequenzen einer solchen Entscheidung (etwa auf den Umsatz oder Gewinn) lassen sich nicht exakt vorhersagen; viel mehr unterscheidet die Entscheidungstheorie zwischen folgenden Szenarien:

Bei einer Entscheidung unter Risiko werden über alle möglichen Konsequenzen jeder einzelnen Entscheidung Erwartungswerte errechnet, während das bei einer Entscheidung unter Unsicherheit nicht möglich ist.

Nahe liegend ist nun diejenige Entscheidung, bei der der Erwartungswert ihrer Konsequenzen ein Maximum annimmt. Allerdings ist diese Maximum-Regel nur dann anwendbar, wenn der Entscheidungsträger risikoneutral ist. Bei einem risikofeindlichen Entscheidungsträger müssen noch die Standardabweichungen der einzelnen Konsequenzen berücksichtigt werden: Je höher die Standardabweichung, desto höher ist nämlich das einer bestimmten Entscheidung immanente Risiko.

Der (ein- oder mehrstufige) Entscheidungsprozess mitsamt den verschiedenen Konsequenzen lässt sich grafisch als Entscheidungsbaum darstellen.

Nicht einsetzbar ist die Entscheidungstheorie, wenn der Unternehmer bzw. Manager mit einem rationell handelnden Gegenspieler (einem Mitbewerber etwa) konkurriert. In einem solchen Fall kommt die Spieltheorie mit ihren Algorithmen zum Einsatz.

Literatur