Enuresis

Als Enuresis - von griech. en (in, hinein) und ourein (nässen) - wird ab einem bestimmten Alter das meist nächtliche Einnässen (Bettnässen) von Kindern bezeichnet, wenn diese ein bestimmtes Alter überschritten haben.

Definition

Entsprechend der komplexen Entwicklung der Fähigkeit zur Harnkontrolle ist der spontane Harnabgang bei Kleinkindern als ein physiologisches Geschehen anzusehen und darf erst ab einem Lebensalter von 5 Jahren und einem Intelligenzalter von mindestens 4 Jahren von einer Enuresis gesprochen werden.

Darunter wird in der Medizin die ungewollte, vollständige, normale Blasenentleerung am falschen Platz und zur falschen Zeit verstanden, die selten untertags (Enuresis diurna), vor allem aber in der Nacht (Enuresis nocturna) auftritt, wobei nach ICD-10 organische Ursachen - wie Fehlbildungen oder Erkrankungen des Harntrakts, neurologische Erkrankungen (Epilepsie, Neurogene Blasenstörung), ein Diabetes usw. - ausgeschlossen werden müssen, hier allerdings auf die wichtige Unterscheidung zwischen Enuresis und Harninkontinenz verzichtet wird.

Diese Einteilung wie auch die Unterscheidung in eine primäre Enuresis und eine sekundären Enuresis hat sich als Grobeinteilung im medizinischen Sprachraum wohl durchgesetzt, beide sind aber in Bezug auf therapeutische Gesichtspunkte unzureichend.

Insbesonders beim Einnässen untertags handelt es sich um einen äußerst heterogenen Formenkreis, der der genauesten Beschreibung und Abklärung bedarf, um zuletzt psychische Ursachen annehmen zu dürfen. Dass die psychische Betreuung allerdings mit der Abklärung der Probleme Hand in Hand zu gehen hat, versteht sich von selbst.

Siehe auch: Dranginkontinenz - Stressinkontinenz

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