|
|
| Table of contents |
|
2 Werke 3 Literatur |
Erich Loest besuchte in Mittweida die Oberschule und nahm
1945 als sog. "Werwolf" an der Endphase des
Zweiten Weltkriegs teil. Nach einer kurzen amerikanischen
Kriegsgefangenschaft arbeitete Loest in der Landwirtschaft
und als Hilfsarbeiter im Leuna-Werk. Er holte sein Abitur
nach und wurde 1947 Mitglied der
SED. Von 1947 bis
1950 war er als Journalist bei der Leipziger Volkszeitung
tätig. Seit dem Erscheinen seines ersten Buches "Jungen, die übrig
blieben" im Jahre 1950 ist er
freier Schriftsteller. Mitte der Fünfzigerjahre
studierte er am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig.
1957 wurde Loest wegen angeblicher
"konterrevolutionärer Gruppenbildung" im Zusammenhang mit Diskussionen über
die Entstalinisierung verhaftet und anschließend zu siebeneinhalb
Jahren Zuchthaus verurteilt. Er verbüßte diese Strafe im Zuchthaus
Bautzen II. Während dieser Zeit war ihm ein striktes Schreibverbot
auferlegt. Nach seiner Haftentlassung 1964 arbeitete Loest wieder
als Schriftsteller und veröffentlichte in der DDR eine Reihe von
Romanen (darunter sehr populäre Kriminalromane unter dem
Pseudonym "Hans Walldorf") und
Erzählungen. 1979 geriet
er erneut in Konflikt mit der DDR-Staatsführung, als er sich
mit anderen Autoren gegen die Zensur in der DDR
engagierte. Loest wurde in der DDR inzwischen derart massiv von der Stasi überwacht und behindert, dass ihm nur der Weg der
Ausreise (mit einem Dreijahresvisum) in Bundesrepublik blieb.
Er kehrte nach Ablauf des Visums nicht wieder in die DDR zurück.
Inzwischen wohnte er in Osnabrück und seit 1987 in
Bonn-Bad Godesberg. Seine Bücher veröffentlichte er nur
noch in westdeutschen Verlagen. In den Achtzigerjahren engagierte
sich Loest im westdeutschen Verband Deutscher Schriftsteller (VS),
dessen nachgiebige Haltung gegenüber den DDR-Machthabern
er jedoch missbilligte. 1989 gründete er mit seinem
Sohn und seiner Schwiegertochter den Linden-Verlag in
Künzelsau, der vorwiegend Loests eigene Werke publiziert
und seit 1989 seinen Sitz in Leipzig hat. Auch Loest, der nach
der Wende vom Obersten Gericht der DDR im April 1990 voll
rehabilitiert wurde, hatte seit 1990 seinen zweiten
Wohnsitz in Leipzig. Von 1994 bis 1997 war Loest Vorsitzender des
Verbandes Deutscher Schriftsteller. Seit 1998 ist er wieder ausschließlich in Leipzig ansässig.
Erich Loest erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter
1981 den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster,
1984 den Marburger Literaturpreis, 1992 den
Karl-Hermann-Flach-Preis, 1997 das Kommandeurskreuz
der Republik Polen und 1999 das Große Bundesverdienstkreuz.
Seit 1992 ist er Ehrenbürger von Mittweida, seit 1996 von
Leipzig, seit 2001 Ehrendoktor der
Technischen Universität Chemnitz.
Erich Loest ist ein bedeutender Vertreter der
realistischen
deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Während seine Werke vor seiner Verhaftung
meist die Parteilinie der SED vertreten, sind die nach der Haftentlassung entstandenen mehr und mehr von Kritik an den Zuständen in der DDR geprägt. Seit den Achtzigerjahren
ist Loests Thema vor allem die deutsche Teilung und
Wiedervereinigung sowie die Geschichte der Stadt Leipzig.
Neben seinen politischen Romanen hat Loest auch zahlreiche
Kriminalromane undund Reisefeuilletons
verfasst.
Leben
Werke
Literatur