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Die Evolutionstheorie ist eine grundlegende wissenschaftliche Theorie der Biologie.
Evolution ist ein Fremdwort aus dem Lateinischen mit der Bedeutung Entwicklung.
Ziel einer Evolutionsthorie
Die Evolutionstheorie versucht, Ursprung, Entwicklung und Vielfalt des Lebens auf der Erde zu erklären.Grundbegriffe der Evolution
Art
Population
Evolutionsfaktoren
Die phylogenetische Veränderung der Organismen wird durch drei Mechanismen erzeugt:Artbildung (Speziation)
Die Bildung neuer Arten (siehe auch: Artbildung) beruht im Wesentlichen auf reproduktiver Isolation: reproduktiv voneinander isoliert sind Lebewesen, wenn sie nicht in der Lage sind, gemeinsam fortpflanzungsfähige Nachkommen zu zeugen. Dies erfolgt in drei Schritten:
Katastrophentheorie
Georges Cuvier (1769-1832)
Begründer der Paläontologie und der Katastrophentheorie. Auf Grund des Grundbauplan-Konzeptes gelingt es ihm, Funde ausgestorbener Tiere rezenten Arten zuzuordnen. Das Auftreten unterschiedlicher Arten in verschiedenen Epochen erklärt er durch immer wieder auftretende Naturakastrophen, durch welche Arten aussterben und nach welchen neue Arten neu erschaffen weden. Arten sind demnach unveränderlich.
Da aber viele entfernt verwandte Organismen auf Grund einer ähnlichen Lebensweise auch sehr ähnlich aussehen (Konvergenz), sehr nah verwandte Arten aber in unterschiedlichen Lebensräume sehr unterschiedlich aussehen können (Divergenz), ist es bei einem Vergleich von Organismen notwendig, von diesen Einflüssen zu abstrahieren: Ihre individuellen Baupläne werden durch Homologisieren auf abstrakten Bauplänen zurückgeführt. Je näher dies betrachteten Organismen verwandt sind, um so detaillierter und komplexer ist ihr gemeinsamer Bauplan. Weit entfernt verwandte Organismen können nur auf einen einfachen, mit wenigen generellen Merkmalen zurück geführt werden.
Auf der Suche nach gemeinsamen Vorfahren (missing links) können diese abstrakten Baupläne als Vorlage dienen.
Auf Grund der Komplexität der Bau- und Leistungsmerkmale von Organismen, konzentriert sich die Homologisierung in der Regel auf einzelne Organsysteme.
Homolog sind Strukturen, die sich auf einen gemeinsamen Bauplan zurückführen lassen. Ihre unterschiedliche Ausprägung wird durch Divergenz erklärt. (Beispiel: Flügel der Vögel und der Fledermäuse sind bezüglich des Armskelettes homolog.)
Analog sind Strukturen, die sich nicht auf einen gemeinsamen bauplan zurückführen lassen. Ihre ähnliche Ausprägung wird durch Konvergenz erklärt. (Beispiel: Flügel der Vögel und Fledermäuse sind bezüglich der Tragfläche - Federn bzw. Flughaut - analog.)
Heute unter Wissenschaftlern allgemein akzeptiert und durch Funde immer wieder bestätigt, war die Evolutionstheorie zunächst wegen ihrer revolutionären Ideen Anfeindungen ausgesetzt.
Nur wenige andere naturwissenschaftliche Theorien haben einen derart heftigen Diskussionsprozess in Gang gebracht wie sie. Vor allem mit dem Schöpfungsglauben vieler Religionen gab es scheinbar unüberbrückbare Widersprüche. Gerade unter religiösen Fundamentalisten lebt diese Ablehnung auch heute noch fort.
Desweiteren kann selbst in einem isolierten System die Entropie lokal abnehmen, ohne dass der 2. Hauptsatz für das Gesamtsystem verletzt wäre.
Seit ihrer ursprünglichen Formulierung hat sich die Evolutionstheorie in vielfacher Hinsicht weiterentwickelt.
Als direkter Nachfolger der Darwinschen Evolutionstheorie gilt die klassische neodarwinistische Evolutionstheorie. Sie wurde insbesondere von Ernst Mayr zur Synthetischen Theorie der Evolution weiterentwickelt. Durch die Einbeziehung der informationstheoretisch geprägten Systemtheorie nach Ludwig von Bertallanfy entwickelte insbesondere die Wiener Schule (Rupert Riedl u.a.) die Systemtheorie der Evolution.
Auch die Frage, wo die Selektion ansetze, ist Modifikationen unterzogen. So geht die darwinistische Theorie davon aus, dass die Selektion auf der Ebene des Phänotyps ansetze, und die Selektion zum Überleben des bestangepassten Organismus (survival of the fittest) führe. In Abgrenzung davon wurde der Begriff vom "Eigennutz des Gens" (Richard Dawkins: The Selfish Gene, 1976) geprägt, wonach auch Gene, die zu einer Beeinträchtigung des Organismus führen, selektiert werden, sofern sie Merkmale hervorrufen, die die Verbreitung dieses Gens unterstützen. Auf diese Weise werden Phänomene wie die Ermordung von Affenbabys durch Männchen, die nicht der biologische Vater sind, erklärt, ebenso die zum Teil für das Überleben hinderlichen Sexualdimorphismen wie übergroße Geweihe, auffällige Federkleider usw.
Aktuell diskutierte Probleme sind auch:
Evolutionstheorien
Jean Baptiste Lamarck (1744-1829)
Er stellt als erster Stammbäume für Lebewesen auf. Er erklärt die Veränderung der Arten druch die Anpassung der Lebewesen an ihre Umwelt und Lebensweise durch Gebrauch und Nichtgebrauch ihrer Organe. Die neu erworbenen Eigenschaften werden an die nächste Generation vererbt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Er führt die mannigfachen Ausbildungern der Pflanzen auf eine Urform aus Wurzel, Spross und Blatt zurück.
Etienne Geoffrey de St. Hilaire (1772-1844)
Er ist Begründer der Homolgie-Forschung (siehe unten. Ausdruck gemeinsamer Abstammung ist ein gemeinsamer Bauplan.
Charles Lyell (1797-1875)
Er formuliert das Aktualitätsprinzip: Geologische Veränderungen werden nicht durch Katastrophen erklärt sondern verlaufen langfristig, stetig und sind auch heute noch zu beobachten.Charles Darwin (1809-1882)
Louis Pasteur (1822-1895)
Er widerlegt die Urzeugungstheorie experimentell.
Ernst Haeckel (1834-1919)
Er sorgt für eine Verbreitung und Ausweitung der Evolutionstheorie Darwins, formuliert das "Biogenetiche Grundgesetz" und spricht von einer Urzeugung zu Beginn der Entstehung des Lebens.
Methoden der Evolutionsbiologie
Homologisierung
Grundannahme: Je ähnlicher verschiedene Organismen sind, um so größer ist ihre Verwandtschaft.Homologie-Kriterien
Systematik
Eine wichtige Technik, um sich einen Überblick der stammensgeschichtlichen Entwicklung zu verschaffen, bieten phylogenetische Stammbäume als eine Systematik der Biologie
für die Kladistik.Teilbereiche der Evolutionsbiologie
Einerseits liefern genannte Bereiche experimentelle Hinweise zur Evolution, andererseits liefert die Evolutionstheorie ein vereinheitlichendes Bild innerhalb und zwischen den Bereichen.Konfliktpunkte
Der von Kritikern häufig angeführte (vermeintliche) Widerspruch zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik (Entropie nimmt zu) trifft auf die Evolution nicht zu, da die Erde kein abgeschlossenes System darstellt, also die Voraussetzung zur Anwendung des 2. Hauptsatzes (Abgeschlossenheit) nicht erfüllt ist.Einteilung und Entwicklungen
Literatur
Weblinks
Siehe auch