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Dr. Ewald Bucher war vom 14. Dezember 1962 bis zum 27. März 1965 Bundesjustizminister im letzten Kabinett Adenauer sowie im ersten Kabinett Erhard und vom 26. Oktober 1965 bis zum 28. Oktober 1966 Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau im zweiten Kabinett Erhard.
Am 1. Juli 1964 kandidiert Bucher zum Amt des Bundespräsidenten gegen Heinrich Lübke (CDU), der zur Wiederwahl anstand. Da Herbert Wehner (SPD) eine große Koalition vorbereitete, stimmten die meisten Sozialdemokraten für Lübke. Bucher verlor so mit 123 Stimmen gegen 710 für Lübke bei 187 Enthaltungen bereits im ersten Wahlgang.
Bucher war ein erbitterter Gegner der Verlängerung der Verjährungsfristen für Vergehen während der NS-Zeit. Bucher hielt die Verjährungsfristen für matierielles Recht und daher nicht nachträglich verlängerbar, da dies dem Grundsatz nulla poena sine lege widerspreche. Die gegen seinen Willen durchgesetzte Änderung ermöglichte die Verfolgung der NS-Taten für zunächst weitere fünf Jahre. Wegen dieser Entscheidung trat Bucher 1965 als Bundesminister der Justiz zurück.
Er war einer der vier FDP-Minister, die alle gemeinsam Ende 1966 zurücktraten und damit die Koalition mit der CDU/CSU auflösten. Anlaß war ein Streit um den Haushalt. Eigentliche Ursache war, dass der Kanzler Erhard in seinen eigenen Reihen keine ausreichende Unterstützung mehr hatte.
Bucher galt als ein Vertreter des nationalliberalen Flügels der FDP. Er war jahrelang Vorsitzender der Hilfsgemeinschaft Freiheit für Rudolf Heß (HFRH), die sich nach dem Tode von Heß in Rudolf-Heß-Gesellschaft umbenannt hat. Die HRRH setzte sich vergeblich für die Freilassung des damals noch in Spandau inhaftierten NS-Politikers ein.
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