Fabian (Roman)

Der Roman Fabian, Kästners einziges Romanprojekt für Erwachsene, das ihm selbst und auch der Literaturgeschichte erwähnenswert war, entwirft ein Gesellschaftsbild Berlins am Vorabend der Machtübernahme Hitlers. Der Held des Romans, ein Germanist, Dr.phil., der sich als Werbetexter durchschlagen muss und später arbeitslos wird, läßt sich mehr oder weniger freiwillig durch das irrlichternde Nachtleben der Grosstadt Berlin treiben. Man findet ihn in Bordellen, Unterweltkneipen, Künstlerateliers. Er bleibt distanzierter Beobachter, der die wüsten Geschehnisse aus dem Stillen Auge des Taifuns heraus ironisch zur Kenntnis nimmt.

Im Gegensatz zu seinem Studienfreund Labude, der der Illusion anhängt, man könne die Menschheit bessern, bleibt Fabian Realist, der nur daran glaubt, wenn überhaupt sich selbst zu bessern zu sollen. Die Strudel der politischen Wirren, die Kämpfe zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, das hemmungslosen Nachtleben, die pathologischen Charaktere, die ihm immer wieder begegnen drehen sich um ihn, er will sich aber nicht mit ihnen drehen.

Als sein Freund Labude Selbsmord begeht, weil er -durch eine Intrige betrogen- glaubt, seine Doktorarbeit sei abgelehnt worden, gerät auch Fabian's Welt ins Wanken. Er verläßt Berlin und kehrt in seine Heimatstadt Dresden zurück... und wird erneut desillusioniert.



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