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Leben
Saar stammte aus einer geadelten Beamtenfamilie, der Vater starb jedoch kurz nach seiner Geburt. Hohe Schulden aus seiner Militärzeit führten nach Beendigung der Offizierslaufbahn zu mehreren Haftstrafen. 1871 wurde er durch adelige Gönnerinnen aus der drückendsten Not befreit. 1877 brachten die Novellen aus Österreich breitere Anerkennung. Zum größten Publikumserfolg wurden 1893 die Wiener Elegien. Drei Jahre zuvor hatte Saar den Franz-Joseph-Orden verliehen bekommen, 1902 wurde er in das Herrenhaus berufen.
Die letzten Jahre waren jedoch durch Krankheit und vor allem schwere Depressionen gekennzeichnet. Nachdem schon seine Ehe (1884 Selbsttötung seiner Frau) tragisch gescheitert war, beendete auch Saar 1906 sein Leben durch Selbsttötung.
Saar darf neben Marie von Ebner-Eschenbach als der bedeutendste realistische Erzähler der österreichischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts gelten. Seine Werke zeichnen sich durch humanistischen Ethos und Sozialkritik aus.
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