Eine Fernsehnorm legt fest, wie die Bild- und Tondaten beim Fernsehen während der Übertragung vom Sender zum Empfänger kodiert werden. Man unterscheidet dabei die analoge und die digitale Informationsübertragung.
Da lange Zeit nur die analoge Informationsübertragung verwendet wurde, entwickelten sich zunächst auch nur analoge Fernsehnormen.
Eine Einteilung in die verschiedenen Fernsehnormen kann unter verschiedenen Gesichtspunkten getroffen werden. Häufig unterscheidet man zuerst anhand der verwendeten Farbübertragung (NTSC, PAL, SECAM). Weitere Merkmale sind
- Anzahl der Bildzeilen
- Anzahl der Bildspalten (gewöhnlich nur bei digitalen Fernsehnormen)
- die Bildwiederholrate
- die Modulation des Bildsignals
- die Tonmodulation und der Bild-Ton-Abstand
- Frequenz des Farbträgers
- und der verwendete Kanalabstand.
In den USA wird NTSC verwendet bei einem Bild aus 525 Zeilen mit 59,94 Halbbildern pro Sekunde. In Frankreich wird SECAM verwendet mit 625 Zeilen, 50 Halbbildern pro Sekunde, positiver Bildmodulation und einem Bild-Tonträgerabstand von 6,5MHz. In anderen Teilen Westeuropas wird PAL bei ebenfalls 625 Zeilen/50 Halbbildern verwendet, aber zumeist negativer Bildmodulation und einem Ton bei 5,5MHz. In der DDR wurde SECAM verwendet, aber mit negativer Bildmodulation im Unterschied zu Frankreich und einem Tonabstand von 5,5MHz, während andere osteuropäische Länder einen Tonabstand von 6,5MHz einsetzen. Eine größere Anzahl Länder migriert derzeit von SECAM zu PAL.
Die positive Bildmodulation bedeutet dabei, helle Bildpunkte haben eine große Amplitude. Bei negativer Bildmodulation ergibt eine große Amplitude schwarze Bildpunkte. Störungen auf der Übertragung treten meist als große Amplitude auf, bei negativer Bildmodulation werden diese als dunkle Punkte dargestellt, was weniger auffällig ist als die hellen bei positiver Modulation.
Für eine tabellarische Übersicht siehe [1].
Neuere Entwicklungen
- PALplus Eine Erweiterung von PAL, abwärtskompatibel
- D2-MAC Brachte vor allem durch getrennte Übertragung des Bildsignals und des Farbsignals eine Qualitätsverbesserung, wurde hauptsächlich über Satellit übertragen, konnte sich nicht durchsetzen.
- HDTV Keine Fernsehnorm im eigentlichen Sinne, höhere Auflösung, Marktbedeutung derzeit (Stand 2003) nur in Japan.
- Ein neues Bildformat, welches den menschlichen Sehgewohnheiten besser entsprechen soll.
Die digitalen Fernsehnormen orientieren sich an einigen Kenndaten der analogen Fernsehnormen, wie Zeilenzahl und Bildfrequenz. Zur Komprimierung der Daten wird in der Regel der MPEG2-Standard verwendet.
Im Unterschied zu analogen Fernsehnormen existert bei digitalen Fernsehnormen als weiteres Merkmal die Anzahl Spalten eines Bildes. Zusammen mit der Anzahl Bildzeilen erhält man so die so genannte Auflösung des Bildes in Bildpunkte, so genannte Pixel. Die Spaltenzahl wird dabei idealerweise so gewählt, das sich bei der Bilddarstellung die Höhe der einzelnen Pixel nicht wesentlich von der Breite unterscheidet.
Siehe auch: Fernsehsignal, Bildaufbau, DVB