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Nach der Geburt liegen Stute und Fohlen noch eine Zeitlang auf dem Boden, in dieser Zeit wird noch Blut über die Plazenta in das Fohlen übertragen. Spätestens, wenn die Mutterstute schließlich (nach ca. 2 Stunden) aufsteht, um das Neugeborene abzulecken, reißt die Nabelschnur. Auch das Fohlen steht nach 2 Stunden das erste Mal auf eigenen, wackeligen Beinen.
Die wichtigste Ernährung im ersten Lebensabschnitt ist die Erstmilch, auch Biestmilch oder Kolostralmilch genannt, die lebenswichtige Stoffe für das Immunsystem und den Stoffwechsel enthält. Außerdem sorgt die Zusammensetzung der Kolostralmilch für den ersten Stuhlgang des Fohlens, das so genannte Darmpech. Da das Fohlen nur in den ersten 36 Stunden Abwehrstoffe durch die Darmwand aufnehmen kann, ist die Kolostralmilch in diesem Zeitraum überlebenssichernd. Das Fohlen säugt zu Beginn etwa alle halbe Stunde, dabei nimmt es pro Tag etwa 10% seines eigenen Körpergewichts zu sich; zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat wird es abgesäugt.
Idealerweise macht das Fohlen schon nach einigen Tagen seinen ersten Weidegang und hat dabei bereits bessere Kontrolle über seine Motorik. Es knabbert bald auch an Gräsern herum, was für den Beginn einer normalen Verdauung und einen ausgeglichenen Vitaminhaushalt sorgt.
Fohlen lernen schnell, mit anderen Tieren zu spielen und sich in der Herde anzupassen und einzuordnen. Dabei entwickeln sie auch ihre Kondition und motorischen Fähigkeiten und kräftigen Muskulatur und Sehnen. In der Natur werden sie erst nach einem Jahr von der Mutter vertrieben, in der Pferdezucht erfolgt eine Trennung häufig bereits nach drei Monaten, wobei eine Einzelaufzucht gelegentlich zu negativem Sozialverhalten des Tieres beiträgt.
Nach einem Jahr ist ein Hengstfohlen geschlechtsreif; eine Stute wird erst mit zwei Jahren zum ersten Mal rossig, d.h. paarungsbereit. Es wird jedoch empfohlen, mit dem ersten Decken bis zum 3. Lebensjahr zu warten, wenn das Tier ausgewachsen ist, um die Wirbelsäule nicht zu schädigen.