Formant

Formanten sind charakteristische Frequenzen oder Frequenzbereiche. Sie kennzeichnen Eigenresonanzbereiche des Vokaltrakts (eines bestimmten Vokals ebenso wie die des Vokaltraktes an sich) oder eines physikalischen Körpers (etwa eines Musikinstruments), in denen eine besondere Verstärkung von Obertönen durch Resonanz stattfindet.

Mit den Formanten lassen sich Stimmen und Instrumente voneinander unterscheiden - etwa die Stimmen zweier Frauen oder eine Geige von einer anderen. 

Mit zwei bis drei Formanten lassen sich auch alle Vokale eines Lautsystems voneinander unterscheiden.

Stimmen und Instrumente besitzen mehrere Formantregionen, die nicht direkt aneinander anschließen und diese Verstärkung hervorrufen. Abhängig vom Untersuchungsziel kann die Analyse einer Formantregion ausreichen, um zu den gewünschten Erkenntnissen zu gelangen; in anderen Fällen müssen alle Formantregionen in Betracht gezogen werden.

Der Begriff wurde 1929 von E. Schumann in seiner Habilitationsschrift in Berlin eingeführt und bildet heute ein breites Forschungsfeld sowohl auf analytischen, nachrichtentechnischen wie klangsynthetischen Domänen.

Formanten spielen, neben anderen charakteristischen Aspekten eine Stimme, auch eine bedeutende Rolle in der Kriminalistik.

Siehe auch: Vocoder, Pitch shifter, Sprachsynthese, Phonem, Spektrum, Sonogramm

Literatur:

  1. E. Schumman, Physik der Klangfarben (1929), Habilitationsschrift an der Universität Berlin
  2. P. H. Mertens, Die Schumannschen Klangfarbengesetze (1975), Verlag E. Broschinsky, FFM

Weblinks